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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-01-01 · Heft 1 (Januar 1905) · p. Seite 11

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 1 (Januar 1905)
Article
Verschiebungen in der örtlichen Verteilung der Juden in Deutschland seit 1871
Date
1905-01-01
Page
Seite 11 (sequence 2)
Language
German
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11 aber nur noch 8,11% a^er deutschen Juden beherbergte. Einen starken Rückgang 3iat auch Elsaß-Lothringen aufzuweisen(40 918=7.99%im Jahre 1871, 32 264=5,50% im Jahre 1900). Auch hier ist der Rückgang nicht durch geringere Gebartenzahl, sondern durch Abwanderung zu erklären. Ungefähr stabil geblieben ist die jüdische Bevölkerung in den Provinzen Sachsen, Schleswig - Holstein. Hannover und Westfalen, ferner in den süddeutschen Staaten, in denen allerdings auch schon eine gewisse Tendenz zur Verminderung vorhanden ist. Die abwandernden Juden nehmen zum Ziel einmal Berlin, sodann die westlichen preußischen Provinzen Hessen-Nassau und Rheinland. In Berlin und der Provinz Brandenburg, zu der die Vororte von Berlin gehören, wohnten 1871 47 489 9,27% aller deutschen Juden, 1900 dagegen 117 972=20,10%; in den Provinzen Hessen - Nassau und Rheinland 187 1 74 813-14,61%, 1900 dagegen 100,356 17,10%. Eine Zunahme von 3357 0,66% auf 12 416 2,12%, hat auch das Königreich Sachsen aufzuweisen. Preossen. Württemberg. ~ Die jüdische Bevölkerung in Württemberg. Zählungs da tum :j Gesamtbewobnerzahl darunter Jik en! der Anteil : der Juden beträgt 10. Novbr. 1832 jj 1 578 147 10 670 0,67 i~ 3, Dezbr. 1846 '! 1 752 c38 12 356; o.7i 3. , 1858 1 690 898 11088! 0.66 3. 9 1861 1 720 708 11338! 0,66 ö. „ 1864 \- 1 748 328 11 610! 0,06 3. '„ 1867; 1778 396 11 662 i 0,66 1. » 1871 i 183S539 12 245 j 0.67 1. * imK 1 881 505 12 881 \ 0,68 1. „ 1885^ 18g0^i 1971118 13 331 i 0,67 1. „ 1 995185 13171! 0,66 1. » 1895 2 036 522 12 639 i 0,62 2. l§9Qti : 2 081 151 11 887 0,57 \. 1 1905 2 169 480 11 916 i 0,55 Im Gegensatz zu dem kontinuierlichen Anwachsen der christlichen Bevölkerung ist die jüdische Bevölkerung stationär geblieben und weist seit dem Jahre 1880 sogar einen ständigen Rückgang auf. (Statist. Handbuch für das Ksrr. Württemberg für 1902 n. 1903. Stuttgart 1904. S. 165.) Mischehen in Hamburg. Bei der Volkszählung vom Jahre 1900 bestanden in Hamburg Hamburg 3022 Ehen zwisch, jüdischem Mann u. jüdischer Frau, 158 „ „ christlichem Mannu. jüdischer Frau. 273 „ * jüdischem Mann u. christlicher Frau. Die bestehenden Mischehen machten hiernach 14.3% der rein jüdischen Ehen aus. Unter je 100 verheirateten jüdischen Männern hatten 8,3 eine christliche Frau, unter je 100 verheirateten jüdischen Frauen 5,0 einen christlichen Mann. (Statistik des Hamburgischen Staates. Heft XXL Hamburg 1903.) Unterrichtswesen in Preussen. Auf Grund der ----== - Statistik über das niedere Schulwesen (Preuß. Statistik Bd. 176) und den im „ Centraiblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung" für das höhere Schulwesen enthaltenen An gaben läßt sich für das Sommerhalbjahr 1901 folgende Tabelle über den Besuch sämtlicher Schulen in Preußen durch JucUjn und Christen aufstellen. Es besuchten im Sommerhalbjahr 1901 in Preußen in Proz, aller in absolntea Zutalen Schulkinder gleich Konfession öffentl. Volksschulen privateVolksschulen sonst. Schulen m. d. Lehrziel d. Volksschulen ....... Christen; Juden Christen; Juden Fö646 848 I 24 022M 91,77! 40.3S 11 471! 1 493 ■ 0,19 j 2,51 46 079; 485; 0,75 0,82 Volksschulen haupt . . . überj 5 704 398 26 000 92,71 j 43,71 öffentl. Mittelschulen; öffentliche höhere i Mädchenschulen . ■ privat. Mittelschulen\ private höhere Mädchenschulen . i 131 570; 3 171 2,14 | 5,33; i 46 986 j 6 494 0,76! 10.92 22 715: 2 596; 0:37 j 4,36 67 334: 6 106| 1,09! 10,26 Mittelschulen u.höh.i Mädchenschulen! überhaupt.....!j 268 605 18 367 4,36 30,87 Gymnasien [ 84 415 7 077 1,37 11,90 Vorschul, zu „ 10129 1382 0,16 2,32 Progymnasien: 5 866 363 0.10 0,61 Vorschul, zu „ |; 374 23 0,01 0,04 Realgymnasien Ii 20 877 1816 0,34 3,05 Vorschul, zu „ |j 3 070 573 0,05 0.96 Realprogymnasieu; 1 656 75 0,03 0,13 Vors hui. zu „ ■ 266 15 0,00 0,03 Oberrealschulen ij 15 456 866 0,25 1.46 Vorschul, zu „! 2 461 206 0,04 0,34 Realschulen u. höh. Bürgerschulen . . 30 209 2 178 0..49 3,66 Vorsch. zu Realsch. u. höh. Bürgersch. 5 236 546 0,09 0,92 höher. Lehranstalten ij 180 015 15 120 2,93 25,42 alle Schulen überh. ji 6 153 018 59 487 |100,00 100,00 Es ergibt sich hieraus, daß von den jüdischen Schulkindern 56,29 %, von den christl. Schulkindern aber nur 7,29 % eine über die Volksschulbildung hinausgehende Bildung erhalten. Höhere Mädchen* schulen besuchten 10,26 % aller jüdischen und 1,09 % aller christl. Kinder, höhere Knabenschulen 25,52 % aller jüdischen und 2,93 % aller christl. Kinder. Am stärksten ist der Anteil der Juden in den Vorschulen zu den höheren Knabenschulen; hier machen sie 11,31 % der gesamten Schülerzahl aus, während sonst ihr Anteil an den einzelnen höheren Knabenschulgattungen zwischen 5% bis 9% bleibt.

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