Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 3 (1935)
- Issue
- Heft 7 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachstehend veröffentlichen wir ein Rundschreiben, das wir vor einiger Zeit an alle Kartellorganisationen gesandt haben. Wer bisher auf dieses Rundschreiben noch nicht geantwortet hat, muß es nunmehr schleunigst nachholen: Präsidium des Kartells Berlin, den 5. Juni 1935 Jüdischer Verbindungen. Bleibtreustr. 50 An die Vorsitzenden der Bezirksverbände, Altherrenbünde und KJVer Kreise. Liebe Bundesbrüder, den eigentlich für das Frühjahr gedachten Kartelltag hatten wir aus verschiedenen Gründen verschieben müssen. Wir wollen ihn nunmehr im Spätsommer, möglichst noch vor dem Kongreß, durchführen. Wir haben die Absicht, die Gelegenheit des Kartelltages nicht nur dazu zu benutzen, die Probleme des deutschen Judentums, des Weltzionismus und des deutschen Zionismus zu behandeln, sondern sind, sicherlich mit Euch, der Meinung, daß der Zeitpunkt gekommen ist, wo wir gewissermaßen einen Generalappell abhalten, d, h. unsere Kräfte und Aufgaben messen wollen, um über die weitere Zukunft des KJV in Deutschland entscheiden zu können. Der Kartelltag soll daher zu diesem Zweck dadurch vorbereitet werden, daß Ihr uns einen ausführlichen Bericht über Euren Bezirksverband, Altherrenbund oder Kreis erteilt. Dieses Material,, das wir sammeln, sichten und evtl. veröffentlichen werden, wird ein wesentlicher Beitrag zu der Diskussion über die Existenzfrage des KJV bedeuten. In dem Bericht, der die Zeit seit dem letzten Kartelltag 1934 umfassen soll, sollen vor allem folgende Fragen beantwortet werden: 1. Kamen Eure Bundesbrüder regelmäßig zusammen? 2. Welchen Zweck verfolgten die Zusammenkünfte und was wurde auf ihnen gemächt? 3. Wieviel Bundesbrüder sind an den Zusammenkünften beteiligt? Bei wievielen davon handelt es sich um jüngere Bundesbrüder? 4. Wieviel Bundesbrüder gehören zu Eurer Kartellorganisation? Verfügt Ihr über ein genaues Verzeichnis Eurer Bundesbrüder? 5. Habt Ihr als KJV einen Kontakt mit den aus Eurem Bezirk oder Bund ausgewanderten Bundesbrüdern? 6. Welches Interesse bestand am JW? 7. Hat Euer Kreis eine bestimmte zionistische Arbeit übernommen? 8. Wieviel Bundesbrüder sind in jüdischen oder zionistischen Körperschaften tätig? 9. Worin besteht dort ihre Arbeit? Sind sie in ihnen führend? Schwer ersetzbar? (Auf eine ausführliche Beantwortung der Frage 9 legen wir großen Wert. Wir bitten, uns die Bundesbrüder zu benennen und Ort, Organisation und Platz, den sie in der Organisation (Ortsgruppe, Keren Hajessod, Makkabi, Hechaluz etc.) einnehmen, so genau wie möglich anzugeben.) 10. Wird die ZO oder eine andere Körperschaft wesentlich von KJVern getragen? 11. Habt Ihr über die Zukunft des KJV in Deutschland auf Euren Zusammenkünften gesprochen? Wenn ja, welche Ergebnisse haben diese Unterhaltungen gehabt? 12. Besteht noch die Möglichkeit, a) die Arbeit Eures Kreises zu erweitern und zu intensivieren, b) eine Tätigkeit aufzunehmen, falls in der letzten Zeit nichts geschehen ist? Zu a und b: Wenn unmöglich, warum? 192