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Der jüdische Wille · 1935-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1935) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
3 (1935)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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grund doch so weit gelockert, daß wir bei genügender Intensität unserer Bemühungen noch sehr viel erreichen können. Wir müssen ohne falsche Scheu, die auch die Gegner nicht zeigen, die ganze Leere, Unfundiertheit, mangelnde Durchdachtheit und die inneren Widersprüche der gegnerischen jüdischen Auffassungen bloßlegen und mit unserer geschlossenen Auffassung konfrontieren. Wir dürfen dabei auch nicht davor zurückschrecken, die Wunschvorstellungen weiter jüdischer Kreise als das zu kennzeichnen, was sie sind* Erforderlich ist, daß wir dem deutschen Judentum auch in seinen Nöten hier einen Weg aufzuzeigen wissen, deshalb — doch nicht nur aus Propagandagründen — ist es notwendig, daß wir nach unseren Kräften bemüht sind, auf all den Gebieten und in allen Gremien mitzuwirken, die politisch, wirtschaftlich und kulturell der Daseinsbehauptung des deutschen Judentums dienen. Unsere Arbeit ist auch für das deutsche Judentum unerläßlich, da all das von ihm in dieser Notzeit Unternommene notwendig Stückwerk bleiben muß, wenn es nicht eingefügt wird in ein großes Programm der jüdischen Zukunftsgestaltung, Einen wirklichen Aspekt der jüdischen Zukunft aber haben, das können wir ohne Uebertreibung sagen, nur win Unsere Mitarbeit wird deshalb für uns und die anderen nur von Wert sein, wenn sie von unseren grundsätzlichen zionistischen Auffassungen bis in alle Einzelheiten hinein bestimmt wird, und wenn wir diese grundsätzlichen Auffassungen auch klar und unmißverständlich im der praktischen Tagesarbeit zum Ausdruck bringen. Den Leserkreis dieser Zeitschrift wird es besonders interessieren: Wo stehen bei alledem die KJV.er und das KJV.? Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sich unsere Bundesbrüder im allgemeinen bewährt haben, daß auch viele von ihnen, die früher abseits gestanden hatten, sobald es auf sie ankam, zur Stelle waren. Am wenigsten ist das in Berlin zu beobachten und überall da, wo die Menschen leicht das Gefühl haben, es komme auf sie noch nicht an, da für die Arbeit Berufenere zur Verfügung stehen. Das KJV. aber als solche« ist kaum spürbar. Darunter beginnt auch der bundesbrüderliche Zusammenhang schon sichtbar zu leiden. Es ist hier nicht der Raum, zu erörtern, welche Aufgaben das deutsche KJV. auch in seiner gegenwärtigen Rumpfgestalt nock zu erfüllen hat. Wenn es aber dies« Aufgabe nicht bald erkennt und in Angriff nimmt, dürfte es zu spät dazu sein. Es ist eine Empfindung besonderer Art, wenn man Männer, von deren jüdischem und zionistischem Wirken wir schon in grauer Vorkriegszeit lasen und hörten, heute noch in unverminderter jugendlicher Frische bei ihrer Arbeit für das alte Ideal und die Aufgaben der Gegenwart sieht. Anstrengende Nachtsitzungen, öffentliche Reden und Diskussionen, Reisen kreuz und quer durch Europa — bedeuten für die Unermüdlichkeit auch des Sechzig jährigen nichts! — Alfred Klee, einer von den. in Berlin geborenen deutschen Zionisten der älteren Generation (25, 1. 75), schloß sich schon als Schüler 1892 der praezionistischen Bewegung an (Verein Jung-Israel Berlin). Als Student trat er der einzigen damals bestehenden jüdischstudentischen Organisation bei, dem späteren K.G, aus dem er aber 60 13

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