Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 5 (November 1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2827066-3186699-3186704--0884-3186946- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bericht über die Arbeit der med- Fadischaft in Berlin Einer Arbeit der medizinischen Fachschaft stellen sich erhebliche Schwierigkeiten entgegen, schon allein zahlenmäßig — fast Zweidrittel der K.J.V.-Aerzte sind aus Deutschland ausgewandert. Dazu kommt, daß die bisherigen Hauptaufgaben der Fachschaft, Nachweis von Niederlassungen und Vertretern, nicht mehr durchführbar sind, z, T. durch den Mangel an Nachwuchs, z. T. durch die heute geltenden Bestimmungen. Die Fachschaft muß versuchen, sich neue geeignete Arbeitsziele zu suchen. Die ersten Schritte in dieser Beziehung sind bereits getan. Die B.Z.V. hat mit unserer Hilfe eine kostenfreie Behandlungsmöglichkeit für Chaluzim geschaffen Unserer Anregung entsprechend sollen ferner in den Seminaren des Hechaluz durch die K.J.V.er Aerzte besondere Vorlesungen über Hygiene und Verhaltungsmaßregeln bei der Ankunft in Palästina stattfinden. Für Berlin wurde, einem allgemeinen Wunsche entsprechend, eine Liste aller noch hier tätigen Aerzte unter Angabe des Faches und der Kassenzulassung fertiggestellt. Ein Verzeichnis der Badeärzte, Apotheken und Drogerien ist dieser Liste beigefügt worden. Sie wird noch durch die im Reiche praktizierenden Aerzte ergänzt werden. Besonders fühlbar machte sich der Mangel an kassenzugelasseneri Vertretern. Der Plan, dieses Uebel durch gegenseitige Vertretung der Bundesbrüder zu beheben, ist infolge der räumlichen Verteilung nicht durchführbar. Es besteht daher die Absicht, die Fachschaft durch Hinzuziehung aller zionistischen Aerzte zu vergrößern. gez. Herbert Neu mann. Bericht des B. V. Niedersdilesien Am 11. Oktober fand der erste Konvent nach den Sommerferien statt, der von über 40 Bundesbrüdern besucht war. Bbr. Max Preuß hielt einen Nachruf auf A.H. h. c. Lippmann Bloch und A.H. Ismar Littmann, dessen Gedenken das Breslau er K. J. V. durch eine Stiftung für den KJV.-Hain ehrte. Der Bericht des Vorstandes erbrachte leider nur die Feststellung keiner geregelten Arbeit, die für das nächste Semester unbedingt erforderlich ist. Nach Erteilung der Decharge wurde der von 8 auf 3 Mitglieder verringerte Vorstand gewählt, dem nur folgende Bundesbrüder angehören: Bbr. Max Preuß, Bbr. Fritz Stein, Bbr. Fritz Günther Nathan (gleichzeitig Junggruppe). Das Arbeitsprogramm des nächsten Semesters soll eine Schulung, besonders im religionswissenschaftlichen Fächern umfassen, die prominente Kenner der einzelnen Gebiete (Jd.-theol. Seminar) vermitteln sollen; außerdem sollen sich die Bundesbrüder einmal wöchentlich, und zwar Dienstag abend, bei Bab, Kaiser-Wilhelm-Straße 104) treffen. Der mündliche Bericht von Bbr. Joel, der kurz vorher in Erez Israel war, über die Vorgänge im dortigen K. J. V. konnte endlich nach vielen, ungenauen schriftlichen Berichten ein klareres Bild erbringen. Der Konvent nahm keine Stellung dazu, sondern wird die Diskussion nach einer anläßlich eines Treffens des deutschen K. J. V. gefaßten Entscheidung führen. gez. Fritz Günther Nathan. 174