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Der jüdische Wille · 1934-01-01 · Heft 1 (Januar 1934) · page 35

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 1 (Januar 1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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Wir haben an alle Bundesbrüder, die Anwälte waren« ein Rundschreiben herausgeschickt mit der Bitte um Angabe, ob sie noch als R.A. und Notar zugelassen sind« Diejenigen« die uns die Mitteilung noch nicht gemacht haben« bitten wir, es uns anzugeben, da wir ein Verzeichnis der Bundesbrüder haben wollen, die noch als Anwälte und Notare zugelassen sind. Wir bitten dann auch um Angabe von Büro- und Privatadresse und Telefon« Wir geben das Adreßbuch am 15. Januar in Druck. Bis zu diesem Ter* min müssen uns also alle Adressen vorliegen. Später eingehende können nicht berücksichtigt werden. Nachruf für Bbr. Paul Tebricfi. Am 28, September erlöste ein sanfter Tod unseren lieben Paul Tebrich von einem schweren Herzleiden, das ihn, den ohnehin stillen und in sich gekehrten Mann schon lange zur Zurückgezogenheit zwang, soweit ihm seine über alles geliebte und mit seltener Gewissenhaftigkeit ausgeübte ärztliche Tätigkeit eine solche erlaubte. 1879 zu Kamenz in Sachsen geboren, ging er im ersten Semester 1898 nach Breslau, stand an der Wiege des B.I.C., wurde Leibbursch von Isaak Zwirn, nahm am ersten Zionistenkongreß teil und blieb seinem Ideal treu bis zum Tod. Da ihn wenige näher kannten, will ich hier einiges mitteilen, was mir über seine zionistische Einstellung bekannt wurde. Als seinerzeit von den Bbr. Bbr. die Verpflichtung zum Maasser verlamjt wurde, hatte er aus Gesundheitsgründen einige Zeit die Praxis aufgeben müssen. Da er aber unbedingt und mit peinlichster Genauigkeit seine Pflicht gegen den Keren Hajcssod erfüllen wollte, verkaufte er ein ihm gehörendes Grundstück. Vor einem Jahre gab er mir die Niederschrift eines großangelegten Landgewinnung- und Bewässerungsplanes für Palästina zu lesen, die er schon zwei Jahre mit sich herumgetragen hatte. Wenn dieser Plan (auch nach seiner eigenen Meinung) sehr phantastisch war und so gar nicht zu seinem sonstigen Wesen paßte, läßt er doch erkennen, wie intensiv sich Paul Tebrich innerlich mit der Zukunft Erez Israels beschäftigt hat. Der Entwurf soll bei Gelegenheit einem größeren Kreise von Bundesbrüdern bekannt gegeben werden. Zwei Wochen vor seinem Tode, als ihn sein Leiden zu dem Entschlüsse zwang, seine Arbeit ganz aufzugeben, teilte er mir die Absicht mit, nach Palästina auf den Karmel zu ziehen. So hat ihm wenigstens ein tröstender Hoffnungsstrahl in die Dunkelheit der letzten schweren Tage geleuchtet. Der schwerblütige Mann erschien oft durch seine peinliche Genauigkeit auch schwerfällig, aber der karge und langsame Strom seiner Rede entsprang aus einer wunderbar klaren und tieflauteren Quelle. Perez Zadik. 36

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