Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 1 (1933)
- Issue
- Heft 1 (September 1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2827066-3186697-3186698--0710-3186768- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zahlt Euere Beiträge gerade fetzt besonders pünktlich and regelmäßig. Wir wissen ganz genau, daß es vielen unserer Menschen schwer fällt, ihre Beitragspflicht" zu erfüllen, wir sind aber der Ansicht, daß gerade jetzt diese Pflicht eine unbedingte zionistische Pflicht ist, da nur dann, wenn ihr wirklich Genüge getan wird, eine Weiterarbeit des Präsidiums möglich ist. Die Beitragseingänge sind in der letzten Zeit in katastrophaler Weise zurückgegangen. Wir hatten in den vergangenen beiden Quartalen nur noch einen geringen Teil der Eingänge, die wir noch vor einem halben Jahr hatten, zu verzeichnen. Wenn diese enorme Schrumpfung anhält, sind wir zu einer Weiterarbeit nicht mehr in der Lage. Gerade jetzt ist diese Weiterarbeit dringend erforderlich, da das Kartell kaum jemals so wichtige Aufgaben wie heute zu erfüllen hatte. Wir können die unzähligen Anfragen, die an uns gerichtet werden, nicht mehr beantworten, wir können ferner nichts mehr für Hilfs- und Unterstützungsaktionen tun, wenn wir von den Bundesbrüdern im Stich gelassen werden. In den letzten Monaten konnten wir noch den an uns gestellten Anforderungen in starkem Maße nachkommen, besonders in Hinsicht auf die berufliche Umschichtung der Bundesbrüder. Das alles müßte fortfallen, wenn Ihr uns nicht unterstützt. Wir könnten weiter, wenn Ihr uns Euere Hilfe entzieht, den J. W., der gerade in dieser Zeit besonders wichtig für den Zusammenhang der Bundesbrüder ist, und der das einzige Mittel darstellt, Euch ein Bild von der Arbeit des Präsidiums zu geben, in Zukunft nicht mehr herausgeben. Wir bitten Euch also, das alles zu bedenken, bevor Ihr Euch weigert, Euerer Beitragspflicht nachzukommen. Ihr müßt in diesem kritischen Augenblick der Organisation, der Ihr Euere zionistische Schulung verdankt, die Treue halten. Besonders bitten wir noch diejenigen Bundesbrüder, die im Ausland wohnen, unsere Arbeit finanziell zu unterstützen. Wir fordern sie auf,, ihrer zionistischen Pflicht, die sie ihren Bundesbrüdern in Deutschland gegenüber baben, nachzukommen. Die ausländischen Bundesbrüder haben bis jetzt nur sehr selten Beiträge gezahlt. Da sie aber fast immer dazu imstande sind, würde es ein verantwortungsloses und unzionistisches Handeln sein, wenn sie auch jetzt eine Beitragspflicht für unnötig halten würden. Das vor einiger Zeit an die im Ausland wohnenden Bundesbrüder gerichtete Rundschreiben hat nur auf verschwindend wenig Bundesbrüder eine Wirkung ausgeübt. Der weitaus größte Teil hat überhaupt nicht reagiert. Wir hoffen, daß dieser Aufruf dazu beitragen wird, die Bundesbrüder an ihre Pflicht dem Kartell gegenüber zu erinnern. .. Das Finanzressort. Mitteilungen des Präsidiums. 1. Das Präsidium hat auf einer Präsidialsitzung folgenden Beschluß gefaßt: Es wird als eine zionistische Pflicht erachtet, daß Zionisten ihre Kinder in die jüdischen Schulen schicken, insbesondere Berliner Bundesbrüder ihre Kinder in die Schule des Jüdischen Schulvereins. Das Kartell muß daher von seinen Bundesbrüdern verlangen, daß sie dieser zionistischen Forderung genau so nachkommen wie ihrer K.H.-Pflicht. Bundesbrüder, die ihre Kinder aus besonderen Gründen nicht in die jüdische Schule schicken, haben dem Präsidium die besonderen Gründe darzulegen. 16