Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 2. Jahr (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Date
- 1914-07-01
- Page
- Seite 123 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Das ganze Buch macht den Eindruck, als wäre die günstige Konjunktur für Jugendkulturware benutzt worden, um für abliegende pädagogische Weisheit betrogene Käufer zu finden. Möge die Not einer solchen Vorsicht nicht durch die geistige Armut des „demnächst Erscheinenden" gerechtfertigt sein! Bfä. Chronik (Das A. C. S. versendet monatlich an seine Gruppen eine ausführliche Chronik der Jugendkulturbewegung. Ein Auszug wird in jedem Hefte hier geboten werden. Wir bitten unsere Leser, recht eifrig an die Arbeitsteilung Mitteilungen für diese Chronik gelangen zu lassen.) 14, Mai, Leipzig. Barbizon sprach im Internationalen Studentenverein über „Die Freideutsche Jugend". 26. Mai, Wien. Am Internationalen Frauentag sprachen Kameraden in der Diskussion von ihren Ideen. I. Juni, Im Harz. Der Jung-W.-V.-Bundestag beschließt: „.der J.-W.-V. bleibt in der F. D. J...." Aus dem Protokoll: „... Durch das Meißner-Programm kam das Alter in der Jugend soweit zur Geltung, als es mit der Jugend sich vereinbaren ließ; durch das Marburger Programm kommt die Jugend in der Jugend soweit zur Geltung, als es sich mit dem Alter verträgt ..." „, . . Der J.-W.-V. kann in Jena an Wyneken wieder gutmachen, was die F. D. J. in Marburg an ihm verbrochen hat. Wenn überhaupt jemand Verständnis für die Jugend hat, so ist es Wyneken I (Anhaltende stürmische Heilrufe.)" »• . Marburg ist ein Verrat an der F. D. J. . ." 4. Juni, Weimar. 14. Freistudententag. Erregte Debatte über die Jugendbewegung. Der Antrag München—Berlin wird abgelehnt: „. . . begrüßt freudig die neuen Kräfte, die sich in der deutschen Jugend regen und die auf dem Meißnerfest nach außen hin zum Ausdruck gekommen sind . . . Diesen Kräften muß freie Entfaltungsmöglichkeit gesichert werden; doch ist diese Freiheit, wie einzelne Fälle zeigen, bisher nicht in vollem Umfange gegeben. Die Fr. St. wird überall dort für die noch nicht hochschulmündige Jugend eintreten, wo man versuchen sollte, ihr das Recht auf eine selbständige Überzeugung zu verkümmern . . . " Eine schwächliche Erklärung wurde angenommen: „. . sympathisch gegenüberstellt . . . studieren wird ..." —Gründung eines „Weimarer Verbandes von freistudentischen Freunden der Jugend-Bewegung" in sehr zahlreich besuchter Versammlung. „Der Verband will der Jugend-Bewegung in der Freistudentenschaft die ihr gebührende Anerkennung verschaffen. Der Verband hält es für eine Pflicht der Fr. St., die Selbstbestimmung der Jugendbewegung, ohne Rücksicht auf den sachlichen Inhalt ihrer einzelnen Zweige gegen äußeren Zwang zu schützen . . 8. Juni, Stuttgart. Im Sprechsaal spricht vor Eltern, Lehrern, Mitgliedern des Sprechsaals und Gästen Dr. Wyneken über Wesen und Ziele der J.-B. In der lebaften Diskussion sprachen sich die Eltern und Lehrer durchweg im Prinzip sehr sympathisch für die Ideen Wynekens aus, während sich im Hintergrund des Saab W.-V. rüpelhaft benahmen. 10. Juni, Berlin. Vortrag von Bernfeld über „zweierlei Jugend"; ober 300Zuhörer. Diskussion mit W.-V. und Freischärlern, Möglichkeiten der Verständigung zeigend; manche werfen B. „Diplomatie" vor; sie vermißen „Prophetentum". Andere versuchten schauspielerisch zu wirken. 11. Juni, Berlin. Vortrag von Bernfeld über „Jugend und Alter." In der Diskussion: Prof. Dr. Paul Hildebrandt: Beweise im Archiv gegen seine Behauptungen interessieren ihn nicht, er bleibe dabei, daß Wyneken den „Anfang" gegründet habe^ Er versichert, jugendlich zu sein und von seinen Schülern geliebt zu werden. Nach einigen vagen Äußerungen über Zustände in Wickersdorf, die „derartig seien» daß er sie hier nicht äußern könne", verläßt er den Saal und schneidet die Möglichkeit zu erwidern ab. 123