Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (August 1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Und mit der Jugend spricht man heute nicht anders, wie damals: „Großmäulige, unreife Gymnasiasten, „Nehmt Eure Fibel und geht in die Klasse."... „Was Fritz, Du hier, mein eigner Sohn."... „Ueberstiegnes Geschwätz, puerile Narrheiten." Einer antwortet ihnen: „O ihr Knechtsseelen, wie ich euch hasse. Unbewegliche, fühllose, träge Masse. Ein dicker, schlammiger Most, ohne Gärung, ohne Feuer und ohne Klärung. Kein Funke verfängt, kein Strahl durchdringt euch, kein Geist, doch jeder Fußtritt bezwingt euch." Beide, Bürger und Studenten, die heute so reden, — hätten sie vor 100 Jahren gelebt, sie hätten nicht anders gesprochen. Denn nicht Erkenntnisse, sondern Gesinnung bestimmen ihr geschichtliches Tun, und Gesinnungen sind durch alle Zeiten die gleichen. An das Ende des Kampfes stellte Hauptmann das Fest, und erst dort erhält Form und Sprache, was die drängende Seele des! täglichen Geschehens war. Die deutsche Mutter wird griechische! Gestalt annehmen, denn das Fest bedeutet den Eintritt in das Reicht der Kultur, zu dem der Kampf nur den Weg bahnte. Athene Deutschland: „Und darum laßt uns Eros feiern! Darum gilt der Heischgcwordnen Liebe dieses Fest, die sich auswirkt im Geist! Und aus dem Geiste wiederum in Wort und Ton, in Bildnerei und Erz und Stein, in Maß und Ordnung, kurz in Tat und Tätigkeit." Im Kampfe wird nichts erkämpft als Freiheit. Sie ist die erstei Notwendigkeit in der Welt der Gewalten. Im Feste darf der Tag und die besinnungslose Tätigkeit zum Bewußtsein des Geistes! gelangen. Das Fest feiert den Frieden als den verborgenen Sinn des Kampfes. Der erkämpfte Friede wird die Kultur bringen. III. Die Jugend und die Geschichte. Schule und Haus schieben unsere ernstesten Gedanken als Phrase beiseite. Unsere Furcht vor dem Oberlehrer ist fast symbolisch: er mißversteht uns beständig, erfaßt nur unsere Buchstaben, 99