Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 4 (August 1913)
- Date
- 1913-08-01
- Page
- Seite 97 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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DER ANFANG ZEITSCHRIFT DER JUGEND HERAUSGEGEBEN VON GEORGES BARBIZON, BERLIN / SIEGFRIED BERNFELD, WIEN BERLIN lTjähir A~UGÜST~i913~ Heft 4 WIEN „Der Anfang" erscheint als Monatsschrift zum halbjährlichen Bezugspreis v(«i 2;Mark 'bez. 2."SO Kronen (im Auslände zu 3 Mark). Wird durch den Buchhandel, durch die Posl oder direkt vom Verlag bezogen. Gedanken über Gerhart Hauptmanns Festspiel Von Ardor, Freiburg. 1. Der „historische Sinn". Noch ist die Menschheit nicht zum ständigen Bewußtsein ihres historischen Daseins erwacht. Nur zu Zeiten befiel Einzelne und Völker die Erleuchtung-, daß sie im Dienste einer unbekannten Zukunft stünden, und es wäre wohl denkbar, solche Erleuchtung als historischen Sinn zu bezeichnen. Aber die Gegenwart versteht darunter etwas ganz Anderes, und denen, die am mächtigsten vom Gefühl einer zukünftigen Aufgabe beseelt sind, wirft sie „Mangel an historischem Sinn"' vor. Denn so nennt sie den Sinn für das Bedingte, nicht, für das Unbedingte, für das Gegebene, nicht für das Aufgegebene. So stark ist der „historische Sinn" der Zeit, dieser Sinn für Fakten, Gebundenheit und Vorsicht, daß sie vielleicht ganz besonders arm ist an eigentlich „historischen Ideen". Diese nennt sie meist „Utopien" und läßt sie an den „ewigen Gesetzen" der Natur scheitern. Sie: verwirft eine Aufgabe, die nicht in ein Reformprogramm gefaßt werden kann, die eine neue Bewegung der Geister fordert umf ein radikales Ncu-Sehen. In einer solchen Zeit muß die Jugend sicii fremd fühlen und auch machtlos. Denn ein Programm hat sie noch nicht. Da erstand Gerhart Hauptmann ihr als ein Befreier. 97