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Der Anfang · 1913-07-01 · Heft 3 (Juli 1913) · p. Seite 93

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Journal
Der Anfang
Volume
1. Jahr (1913-1914)
Issue
Heft 3 (Juli 1913)
Date
1913-07-01
Page
Seite 93 (sequence 29)
Language
German
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fassungswidrig, ständig versah', stillschweigend privilegiert hatte. Teils war es nicht leicht durchführbar, ihm die Verabfolgung der „Geselchten" lan sich selbst aufzutragen, teils mißtraute ich seiner Bereitwilligkeit (sie von dritter Seite entgegenzunehmen. Dadurch -übermütig gemacht, übertrat er nach Belieben die Gesetze. Eines Tages wollte ich meine Macht unzweideutig kundgeben, ernannte kurzerhand [den Primaner Scholz zum Schläger und trug ihm auf, dem [Gesetz freien Lauf zu lassen. Dies war ein großer politischer Fehler. Mein Bruder, hochmütig /wegen seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zur Dynastie, erklärte zur größten Sensation des Vereines!, daß er sich der Exekution nicht unterwerfe. Scholz hatte nicht den Mut, einen so mächtigen Paliatin anzugreifen, der voraussichtlich noch so viel Gelegenheit zur Reziprozität hatte. Ich wiederholte den Befehl ohne Erfolg. jDa erwachte das Volk. Es erklärte, daß vor dem Gesete alle gleich seien. Zu spät erkannte ich meinen Fehler. Ich begnadigte rasch meinen Bruder; aber meine Autorität war vernichtet Der ^Reichstag versammelte sich und erklärte mich für abgesetzt. Die »Republik wurde wiederhergestellt. — Am nächsten Tage spielten wir wieder „Räuber und Poll". Ein Wort über Hellmut Harringa Von Vincenz! Dix, Berlin. Keine großen Selbstbekenntnisse, noch eine überlegen wertende Buchkritik will ich' schreiben, nur erzählen von einem Buche, das mir zum Erlebnis geworden. Poperts „Hellmut Harringa" ist ein Buch, dessen Idee eine moralische ist. So angeekelt ich mich sonst von all der widerlich greisenhaften und unrechten Moralpredigt abwende, mit der man uns in der Schule und anderswo vollpfropft; so tief hat mich der Harringa-Gedanke gepackt. Vielleicht schon, darum, weil es endlich mal eine Moral der Wirklichkeit ist, keine allgemeine Redensart, und ein Gedanke, der erst ausl der Not unserer eigenen Zeit erwuchs — der der Abstinenz. Das! könnte zuerst von sehr oberflächlicher Bedeutung erscheinen, ob ich mir ein öenuflmittel versagen will oder nicht. Aber man muß nur auf das „Will" den Ton legen. Man verschiebe das Gewicht von der individuellen Kleinigkeit (die doch so furchtbar groß ist) auf die Soziale Bedeutung 9a

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