Der Anfang
- Journal
- Der Anfang
- Volume
- 1. Jahr (1913-1914)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 59 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Umschau Berlin. Die Abteilung für Schulreform der Freien Studenten schaft. Seit einiger Zeit beginnt auch die reichsdeutsche Studentenschaft, sich näher mit Problemen der Schulreform und der Erziehung zu befassen. Es haben sich in Breslau, Berlin, Freiburg, Göttingen, Halle, Jena, Greifswald, München „Pädagogische Gruppen" gebildet, teils selbständig, teils als „Abteilungen für Schulreform der Freien Studentenschaften." Die Arbeit der meisten dieser Gruppen geht dahin, durch Diskussionsabende, Vorträge bekannter Schulreformen Führungen durch Reformanstälten, Beteiligung an der Jugendpflege usw. das Interesse der Studenten, hauptsächlich der künftigen Oberiehrer, für Fragen der Erziehung wachzurufen und zu pflegen. Die Universitäten tun in dieser Hinsicht noch sehr wenig; ein, zwei pädagogische Vorlesungen im Semester, wovon eine meist noch geschichtlichen Charakter trägt, sind alles. So stellen die pädagogischen Gruppen einen erfreulichen Akt studentischer Selbsthilfe dar, — indem es ihr Ziel ist, durch obige Arbeit die Ausbildung der künftigen Erzieher zu ergänzen und zu vertiefen. Darüber hinaus aber wollen einige Gruppen — so Berlin, München, früher Freiburg — sich nicht direkt auf eine ergänzende Ausbildimg der künftigen Lehrer einstellen. Man betrachtet in der Oeffentlichkeit heute Dinge, die die Schule berühren, fast nur von zwei Seiten her: von der Familie aus und von den Lehrern, dem Staate, aus. Wir wollen als Studenten diese Frage vom Standpunkt der Jugend aus betrachten. Dazu scheint der Student berufen; denn er ist noch selber jung und hat doch meist schon eine gewisse Bewußtheit seiner Jugend. Er wird sich als Student auch nicht mit technischen Einzelheiten der Schulreform und der Pädagogik zu befassen haben — das muß Sache der Oberlehrerausbildung bleiben, und dazu fehlt dem Studenten auch die nötige Erfahrung und Möglichkeit zu praktischer Betätigung, — sondern er wird die großen Fragen nach dem Sinn, der Richtung, idem Umfang, der Methode der Erziehung und Bildung zu durchdenken haben mit stetem Hinblick auf die Interessen der Jugend.