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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1850-01-01 · 9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850) · p. Seite 133

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
9 Jahrgang = Jahr 5611 (1850)
Date
1850-01-01
Page
Seite 133 (sequence 132)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184088--1977-3186090
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Jahre 1848 u. 1849. 133 Berathung der Grundrechte ein, anstatt aus den schon vorhandenen deutschen Grundrechten das für Oesterreich Unpassende auszuscheiden und mit wenigen raschen Zügen eine Arbeit zu beenden , die nun einmahl der Schaffung des VerfassungLwerkes vorausgehen sollte. Wir übergehen die Einzelnheiten dieser weitschichtigen Verhandlungen um so lieber, da sie gänzlich erfolglos geblieben sind. Zu Deutschland suchte sich das österreichische Kabinet wieder in eine freundschaftlichere Stellung zu setzen. Die österreichische Regierung hatte in diesen Angelegenheiten eine schwere Stellung. Der Verfassungsausschuß in Kremsier hatte seine Arbeiten am 26. Februar vollendet und legte den Entwurf der Verfaßung dem Reichstag vor, welcher darüber Rath pflog, ob es nicht angemessen sei, ihn ohne Verhandlung anzunehmen, die Durchsicht desselben dem künftigen gesetzgebenden Reichstage zu überlassen, um dem Volke am Jahrestage der Wiener Revolution die reife Frucht derselben anbieten zu können. Während man darüber nicht einig werden konnte, hatte das Kabinet bereits seinen Entschluß gefaßt und eine Verfassung vorbereitet, welche der Kaiser am 4. März vollzog und die zugleich mit einer Verordnung über Ablösung der Roboten zur Beruhiguug des Landvolks am 7. als Gesetz verkündigt wurde. Der Reichstag ward aufgelöst. Das Ministerium rechtfertigte den kühnen Schritt damit, daß diese Verfassung alle Theile der Monarchie umfange und zu ihrer Berathung der Reichstagen Kremsir, in welchen die ungarischen und italienischen Länder nicht vertreten waren, keine Vollmacht besetzen habe. Auch sei nicht zu hoffen, auf dem Wege der Vereinbarung mit diesem Werke zu Stande zu kommen, da der Reichstag, obgleich seit den 20. Juli versammelt, noch nicht weiter als zu'dem Entwürfe einer Verfaßung gekommen sei. Die Preße hat ihr Nrtheil in der Sache schon vielfach und streng abgegeben, und wir enthalten uns daher eines solchen, indem wir die Entscheidung dem österreichischen Volke dem sie gebührt, anheimstellen. So endete dieses welthistorische Drama, nach furchtbaren Kämpfen und Geburtsnöthen, auf eine — wir hoffen es — heilverkündende Weise. Die edle Humanität unsers ritterlichen Kaisers, die redlichen Absichten des Ministeriums und — die

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