Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 344)
- Language
- German
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297 Hin zur greisen Heldin eilen alle nach dem Riesengrab, Freundlich lispelnd neigt der Lorbeer seine grüne Krön herab; Von den lieben Schwesterarmen sieht Judäa sich umschlungen, Fühlt den gramgewohnten Busen von der Liebe Lust durchdrungen. Aus den wildverwirrten Locken winden sie den Dornenkranz, Schmücken sie mit Lorberreisern, mit der jungen Rose Glanz, Von den Armen sinken nieder die gelös'ten schweren Bande, Änd die düst're Trauerkteidung weichet glänzendem Gewände. Jubelnd preisen sie die Güte der unendlich weisen Macht, Die des Tages Wonne sendet nach der Qualen dunkler Nacht; Wie in hehrer, heil'ger Feier Saaten und Gebüsche lauschen, Milder wehen Morgenlüfte, leiser tönt der Bäche Rauschen. Hin zu Einem Tempel wallen alle fröhlich im Verein; Sieh', da bricht ob ihren Häuptern heller Sonnenglanz herein; Sieh', des Tempels Säulen brechen vor der Kraft des Lichtes nieder, Von der freien Himmelskuppel jubeln sel'ger Engel Lieder. Jugendlich erscheint die Starke in der munter'n Jugend Schaar; Eine frische Palme schmückt ihr volles, schwarzes Ringelhaar; Und die Thräne ihres Auges, und das Blutmal ihrer Wunden, Sind nach jener Nacht der Stürme bei des Tages Schein entschwunden. Ihre Dornenkrone tragen mit des Sieges schnellem Lauf Heiliger Cherubim Chöre zu dem ew'gen Himmel auf; Daß sie dort als Stern erglänze, und die Dornen werden Strahlen, Die die Welt im holden Lichte einer neuen Iris malen.