Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 336)
- Language
- German
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der Israeliten in Livorno. 289 Weise wie bei den Knaben betrieben, nur daß hier noch die Erlernung des Strickens und Nähens hinzukommt. Eine Ober- und Unterlehrerin führen die Aufsicht. In der ersten Abtheilung der Elementarschule werden ungefähr 80 Mädchen im Weißnähen so weit unterwiesen um ein Hemd nähen zu können, ferner erhalten sie den nöthigen Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen, welches Alles von einer einzigen Lehrerin geleistet wird. Don 9 Uhr bis zum Abend wird nur des Sommers Yh Stunden Rast gehalten. Die Unterweisung findet nach verschiedenen Methoden statt, doch ist die des wechselseitigen Unterrichtes die vorherrschende. In der zweiten Abt Heilung werden feine weibliche Arbeiten gelehrt und mehrere Mädchen von besonderen Lehrerinnen in der Schneiderei und im Putzmacheu unterwiesen. Zn der 3t e'l i g i o n s sch u le f ü r M ä d ch e n werdet! dieselben in der Religionslehre katechetisch unterwiesen und erlernen soviel vom Hebräischen um die Gebete lesen und verstehen zu können. Dieser Schule steht ein Lehrer vor und der Unterricht wird täglich durch 1'/- Stunden ertheilt. Endlich ist noch einer sehr nachahrnenswerthen Einrichtung zu erwähnen, nämlich eine Leihbibliothek für die Jugend in- und außerhalb des Instituts; einmal die Woche ist einer von den Lehrern anwesend um den Ummusch zu besorgen. Die Gesammtzahl, der in den gedachten Unterrichts- und Erziehungsanstalten aufgeuommenen Zöglinge beiderlei Geschlechtes, welche sämmtlich gratis zugelassen werden, übersteigt gegenwärtig 500. Mit ganz besonderer Auszeichnung ist der regsame Eifer hervorzuheben, womit die geachtetsten Frauen Livornos, — gegenwärtig die Damen Iranchetti und Morpurgo — sich der übernommenen Überwachung der Mädchenanstalten unterziehen. Die fämmtlichen Unterhaltungskosten belaufen sich auf L. 20,000 Tose. (fl. 6600 C. M.) mit Einschluß der gestiftete» Spenden für Kleider und Brod. Eine Marmortafet am Treppenaufgang verewigt die edlen Stifter und den Wenh der Wohlthat. Besser thun es wohl die Anstalten selbst, welche sich als das schützendste Palladium gegen Roth und Lerwahrlosung innerhalb dieser Gemeinde Herausstellen. Allein der gute Same, den sie enthalten, wird noch weiter getragen, und so haben mehrere Israeliten aus Livorno, die sich in Rom etablirten mit Erfolg darnach getrachtet, eines oder das andere von dem hier angeführten, soweit es thunlich erschien, dahin zu verpflanzen. Roch besserer Raunr zur Nachahmung ergab sich in der wohlhabenden Zsraelitenqemeinde zu Florenz, welche überhaupt einen sehr Lusch's Jahrbuch VI. U