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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 229

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 229 (sequence 277)
Language
German
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IRI
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Alexandriens Vorzeit. 229 Ich suche sie natürlich, wo sie zu finden ist, im edlen Cyprer, in den Armen der schönen Lamia u. s. w. Er dagegen glaubt, sie sei ein Geheimniß, das nur dem Darbenden offenbart wird."" Sie gingen weiter; eine reichvergoldete Sänfte kam ihnen entgegen; sechs Sklaven trugen eine mit Perlen und Geschmeide verrammelte Dame. „Ist dieses die Fürstin?" fragte Antigon. — Ei du unschuldiger Junge, erwiederte Attalus, daß du an dem Lächeln der Philosophen, an dem Neide der Aegypter und an dem Spotte der Griechen nicht merkest, daß dieses die Muhme Rebbeka aus Chebron ist, die sich seit einigen Jahren hier angesiedelt, um das Glück zu haben, von Alexandrinern ausgelacht zu werden.—„Aber^ sage mir, sind eure Vornehmen hier wirklich so ganz ihrer Nation entfremdet, wie du mich so gern bemerken lassen willst." Nein! mein Sohn, sagte jetzt Attalus mit einer ernsten Miene, die er noch nicht im ganzen Gespräche gezeigt hatte. Da sei Gott vor, daß ich dich belügen sollte! Sieh' wir haben hier einen Alabarchen, der ist sehr vornehm, wir haben Kriegs- und Staatsmänner, die dem Throne näher stehen, als die vornehmsten Aegypter, verdienstvolle Männer, die das Halls der Ptolmäer seine Stütze nannte; wir haben Männer, von denen unser Kleomenes, der selbst Tyrannen auf ihrem Throne zittern macht, an Tapferkeit, unser Agathocles, der den König zu gänglen versteht, an Klugheit und Staatskenntniß überboten wird. Männer, die aber eben so geschickt die Laute zu schlagen verstehen, und Kunstwerke zu beurtheilen vermögen. Aber komm du in die Synagoge —da wirst du sie sehen in Demuth stehen vor dem ewigen Gotte; und so pünktlich und genau beobachten sie die religiösen Vorschriften auch in ihrem Hause. Sie sind so wie die ärmere Klaffe der Handwerker, die frommsten Brüder hier zu Lande. Aber zwischen diesen beiden ist eine Menschengattung, die dem Tyrer gleich sich vom Handel nähren, unermeßliche Schätze sammlen, und sich die Vornehmen gern neunen lassen —die sind dir ganz aus dumpfem Golde, sie wandeln umher wie die Statuen, die du dort siehest, durch eine innere Einrichtung in Bewegung gesetzt. Sie leben wie die Pflanzen, d h. nicht so naturwüchsig, aber doch ohne Empfinden; unerträglich in ihrem Stolze, noch unerträglicher in ihrer Demuth. Hochmüthig gegen ihre Brüder, kriechend gegen die herrschenden Völker — und diese sind es, die meine gerechte Geisel des Spottes verdienen. Doch vielleicht machst du derlei Bekanntschaften genug. Dort kommt wiederum eine merkwürdige Figur —die sollst du kennen lernen. Es ist dein Landsmann ohnehin. Nimm meinen Gruß edler Hyrkan, redete Attalos einen stolzen reich gekleideten jungen Mann an. Hyrkan grüßte mit einer leichten Verneigung! „Woher des Weges edler Sohn des Josephus?"

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