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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 161

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 161 (sequence 211)
Language
German
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IRI
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Mein Ururgroßvater Leb. 161 Faß hineinschien. Er klappte jetzt geschwind mit dem Deckel das Faß zu und freute sich, daß er das Mondlicht eingesperrt hat. Ein anderes Mal ging er einen langen — langen Weg spazieren und trug sein großes spanisches Rohr in der Ouer Hinteren Rücken. Da kam er zu einem engen Thor, und da er mit dem Stock nicht durch konnte, kehrte er um. Einmal sollte er im Winter früh Schulklopfen (die Leute aufwecken in die Synagoge zu gehen) der Schnee lag aber so schön, daß er ihn nicht gerne zertreten wollte; er ließ sich also herumtragen schulklopfen. Der arme Rabbi stand wie auf Nadeln; wie er den Schwätzer unterbrechen wollte, fing der eine neue Schnurre an zu erzählen, bis endlich der Rabbi ausrief: Wollt Ihr Euch hundert Thaler verdienen? Neb Hasch der Schalksnarr stand wie ein Taubstununer ganze fünf Minuten vor dem Rabbi und bewegte keine Miene. Hundert Thaler? begann er endlich und was soll ich dafür thun? Alles thu' ich Euch dafür, nur nicht mich schmaden (taufen). Kommt mit mir schnell hinab, wir reden's auf der Gasse besser aus, erwiederte der Rabbi. Kommt, wir müssen uns tummeln, in einer halben Stunde geht's da an. Beide Männer verschwanden. Lange war in dem Städtchen keine solche Pracht bei einem Festmahle entwickelt worden! In dem großen Saale stand der blank gedeckte Tisch in Form eines Hufeisens, daraus die reichbesetzte Tafel. Abgesondert von dem großen Tisch standen zwei kleine Tischchen. Bei dem einen, in der Ecke einer Fensternische , saßen Braut und Bräutigam. Sie war marmorblaß und wortkarg. Leb aber konnte sich an das liebe Geschöpf nicht satt sehen; einen Becher Wein nach dem andern stürzte er hinab; sein sonst ruhiges Gesicht war roch und glühend, jede seiner Bewegungen wie fiebrisch zuckend und hastig. Auf dem andern Tischchen lagen die geschriebenen Ehepakten, der Unterfertigung gewärtig.

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