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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 302

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 302 (sequence 325)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184084--1433-3185544
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302 Das alt' Babele. Ein groß Stück Gugelhop, ergänzte der Knabe. Ganz recht, mein Kind, sagte unbeschreiblich lächelnd die Großmutter, ein groß Stück Gugelhop. Wenn mir aber Maierl die Hand d'rauf gibt, morgen in aller Früh frisch und gesund zu sein, so verzähle ich ihm ein „Maißele" (Geschichte chen), wie ers nie schöner und besser gehört hat. Willst Du das, mein Kind? Lächelnd streckte der Knabe die eine Hand dem Großmütkerleinhin, und sah es mit stummer inniger Liebe an. Golde hatte schnell ihre Thränen getrocknet, und den alten Lehnstuhl zum Bette gerückt, worauf die Babe Platz nahm. Das Mädchen selbst setzte sich zu Häupten des Bettes um dem Knaben nicht ins Gesicht zu sehen. Sie fürchtete sich vor ihm. Das Babele begann: „Vor vielen, vielen Jahren, Großmütterlein war damals noch nicht dem „Langleser" geredet worden, da lebte in Preßburg auf dem Nikolaibergel ein Mann, der war ausgerufen in ganz Pehm (Böhmen) Marrn (Mähren) und Ungarn. Der hat geheißen Rebb Paltiel Wolf. Auf der ganzen Welt hat es nichts gegeben, was er nicht hätte gewußt. Das ist daher gekommen, weil der Rebbe Tag als Nacht hat gelernt, und wenn man um zwölf Uhr in der Nacht ist an seinem Hause vorübergegangen, hat man ihn sehen können wie er über der Gemara gesessen ist und gelernt hat. Auf die Letzt hat er soviel gelernt gehabt, daß er gar nicht mehr gewußt hat, ob er lebt, oder nicht. Damit will ich nicht sagen, daß er gar nicht mehr bei sich ist gewesen, sondern er hat alles vergessen, was um ihn ist vorgegangen. Er hat immer ausgesehen, als komme er aus dem Grab auf einige Augenblicke heraus, um nachzusehen, was es Denn Neues im Leben gibt." Rebb Paltiel Wolf hat auch ein Weib gehabt; das hat ihm ein Mädchen geboren. Als nun einmal Rebb Paltiel über der Gemara saß, und lernte, hört er Kindergeschrei und Weinen. Da hat er sein Weib gerufen und gefragt: Esther, was ist das für ein Kindergeschrei, was mich nicht lernen läßt?'' Da hat sie gesagt: Rebbe, das ist ja Dein Kind, das Kind,

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