Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 290

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 290 (sequence 313)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2609281-3184084--1421-3185532
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

290 Judenthuni und Romant'^. die Fügung des Himmels, der, was wir in der Erziehung unserer Kinder verabsäumten, auf solche Weise gut gemacht, auf daß sie für einander tauglicher werden. „Die gerathenen sind die Besten, ist ein altes Sprichwort/ sagte Nachmann, darum lieber Chajim gebt Euch drein, und wir werden die Sache aller Orts verschweigen, und Ihr könnt froh sein, daß sie so ausgefallen ist. Meinetwegen, sprach Kratter, aber das sage ich dir David, setzt lerne fleißig Gemara, und du darfst mir auch nur die Bibel lesen, du Sara, die Bücher sind alle vom bösen Geiste geschrieben. Ja, sagte Samuel, die schöne Dichtkunst mag die Würze des Lebens sein. Aber wehe dem, der lauter Gewürze ohne andere Nahrung zu sich nimmt. Wer Pfeffer als Gemüse ißt, der sättigt seinen Magen nicht, und verdirbt nur das Blut. Darum sage ich, meinte Kratter, nur Gemara und gar kein deutsch den jungen Leuten, sie kommen um die Religion. Nein, erwiederte Samuel, es gibt noch andere nahrhafte Speisen unter den deutschen Wissenschaften, die sich sehr wohl mit einem gesunden Verstände, und mit unserer heiligen Religion vertragen. Du D a v i d wirst wohl deine Kinder zu erziehen wissen. Einige Monate später, war Nachmann Traumann wieder in Warschau beim alten Hild sheim, um ihm zu beweisen, daß die ganze Partie nur durch sein, Nachmann Traumann's, frommes Werk hergestellt wurde, sintemalen er sich der Gebote des Herrn befleißige, und daß ferner er jetzt noch die schwere Pflicht übernommen, die ganze Geschichte zu verschweigen, so daß er nebst dem Segen des Himmels eine apparte Honorifikation verdiene. Nachdem er dieses alles klar und deutlich bewiesen, reisten Vater und Sohn sammt Schadchen nach Wilna um David mit Sara, wie jeder Leser, der einmal eine Novelle zu Ende gelesen hat, wissen wird, durch das Band der Ehe an einander zu sesseln. Sara und David sind glücklich, denn sie sind genesen von -er Schwärmerei, und bleiben treu ihrem Volke, und lernen dieses mehr achten als alle bezauberten Prinzen und Prinzessinen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.