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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 284

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 284 (sequence 307)
Language
German
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284 Judenthum und ter's Vorurtheile erwecken möchte; und so fuhr altes ruhig bis Wilna, wo Traumann eigentlich seine Operationen erst in i>en Gang zu setzen dachte. IX. Im Hause des alten Chajim wurde alles gescheuert, gefegt, gesäubert und gereinigt, um die angekündigten Gäste mit Anstand zu empfangen. Mutter Rebecca, Chajim's Gemahlin, rannte geschäftig hin und her, und hatte bald in der Küche bald in der Speisekammer zu schaffen. Der Ueberrock den sie Ln der Wirthschaft trug, hatte mehr Farben wie die Iris und trug durch die mannigfachsten Funktionen, die er zu verrichten hatte, alle Spuren des häuslichen Familienlebens an sich, und würde selbst einen Herkules verlegen gemacht haben, wenn er diesen statt des Augias - Stalle hätte reinigen müssen. Nichts desto weniger mußte das goldgestickte Stirnbündel auf der Stirne prangen. Sie watschelte von eitlem Zimmer ins andere unstätt umher, und schalt die Mägde und tadelte die Köchin, und ermahnte die Tochter, und zatlkte und belferte; denn da war ein Fleck noch auf der Diele zu sehen, dort noch das kupferne Becken nicht gescheuert, und Sara hatte noch so rothe verweinte Augen, wie sie jede jüdische Braut ex officio haben und darüber dennoch ausgescholten werden muß. Es ist gut, daß dein Vater nicht zu Hause ist, meinte Rebecca. Der kann das Fegen und Putzen, wie alle Männer, nicht leiden. Ja! ja! wenn man den Männern nachgeben möchte, so ließe man Alles drauf und drüber gehen. — Aber mein Gott! wie du aussiehst! Gar nicht wie eine Braut — was du blaß bist! Mir ist nicht ganz wohl Mutter! Was sagst du mein goldenes Schaf, meine zuckerige Seele, mein liebes Kind, rief Rebecca ängstlich. Was thut dir denn weh, mein Engel? Geh wasch dich ab, du hast gewiß den bösen Blick bekommen. Ja wohl einen bösen Blick, lächelte schmerzlich Sara. Darum geh, wasch dich ab , so ist altes wieder gut. lieber-

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