Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 280 (sequence 303)
- Language
- German
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280 , Judenthum und Sohn umarmen zu können. Etwas schwerer hielt es dagegen mit dem Brautvater Chajim. Dieser wollte durchaus nichts davon hören, in seine erlauchte Familie einen Bal-milchomoh aufzunehmen, und zählte Trau mann haarklein alle Rabbiner der Vorzeit auf, deren Stamme er entsprossen, und fragte: ob es nicht eine Schande wäre, eine solche hochadelige Familie mit einem solchen Landstreicher verbinden zu wollen. Doch Traumann, ein Meister seiner Kunst, war jetzt ganz Patriot. Von megen der Schande, meinte er, sei gar keine Rede; sintemalen viele Jlles (Genies) aus sehr erlauchten Familien keinen Anstand genommen, in die Schlacht hinaus zu ziehen. Er wies rhm sogar nach, daß Jsaschar Thal mar, der direkt von ked Jehuda Ha-Nassi abstamme, dennoch als Freiwilliger diene. Um ähnliche Beispiele war Nachm an gar nicht verlegen, denn um einen Anachronismus von 500 — 600 Jahren, oder um einige genealogische Unrichtigkeit in der Geschichte der eigenen Nation kümmert sich ein guter polnischer Talmudist sehr wenig. Nachman wies ferner eine Bibelstelle in den Propheten nach, wo es heißt: Fördert das Wohl des Staats, in welchem ihr lebt; woraus hervorgehe, daß dieser Kriegsdienst sogar ein .frommes Werk sei; darauf ging nun freilich der alte Kratter .nicht ein, bis nach langer Disputation das Vorhandensein einer solchen Pflicht durch schlagendere Beweise dargethan ward. Endlich aber schilderte Nachman den Reichthum des Nagid's dreimal so groß, als er wirklich war. Klugerweise hatte er dieses Argument bis auf das Ende aufgespart, und nun ward auch Kratter beschwichtigt, und mit der Idee ganz befreundet und vertraut. Nachman war indeß sehr geschäftig sich zu erkundigen , wohin das Freikorps von Ostrolenka, bei dem er David wußte, gezogen sei, und erfuhr zu seiner Freude, daß sich jene Truvpen dem Lager der Gräfin Plater bei Dünaburg angeschlossen haben. Jetzt war sein Plan gemacht. Der alte Hildsheim sollte den Brautvater, der um nach Wilna zu gehen, auch Dünaburg zu paffiren hatte, begleiten. Im Lager müsse dann David aufgesucht, zurückgeführt und tüchtig ausgezankt werden, wofür Nachman schon eine Menge salbungsvoller Sprüche in