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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 278

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 278 (sequence 301)
Language
German
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278 Judenthum und Als man gleich darauf das Heer musterte, um die Anzahl der Gefallenen zu kennen, wurve auch Seltne vermißt. Man suchte vergeblich ihren Leichnam auf dem Schlachtfelde, und Tags darauf fand man die Kleidungsstücke, die sie getragen, am Ufer eines in der Nahe fließenden Baches, unweit einer Brücke liegen. Man hielt sie für ausgeplündert und ertränkt; die Kleider mußte der Feind auf der Flucht verloren haben. vm. Wir haben schon erzählt, daß der alte Samuel Hildsheim den Tag nach Davids Verschwinden, überall Erkundigungen einzuziehen suchte, allein wie er jeden Morgen mit der Hoffnung uufstand, die Spuren seines Sohnes ausfindig zu machen, so kehrte er jeden Abend mit dem trostlosen Bewußtsein heim, daß in dieser tumultuarischen Zeit, wo die größte Regellosigkeit in allen Polizeibehörden herrschte, jede Mühe vergeblich sei. Hanna die Mutter, siechte zusehends von Tag zu Tag hin, von mütterlicher Pein gequält; und auch an Samuels starkem Herzen begann der stille Gram zu nagen, er härmte sich im Innern, wenn er auch seines Schmerzes Meister zu werden strebte. Er hatte an Traumann geschrieben, daß vor der Hand gar nichts entschieden werden könne, weil D av id eine Geschäftsreise angetreten habe, und sich die Zeit der Rückkunft nicht bestimmen lasse. Indessen schwand das Pesach-Fest, die Zeit der Rosen war wieder da, Samuel aber empfand nur ihre Dornen, denn ach keine Spur leitete auf die Irrwege des verlornen Sohnes. Aus Traumann's wiederholte Aufforderungen schrieb ihm endlich der alte Vater, jener möge sich nun ganz und gar nicht mehr um die Partie bekümmern, da David auf fernem Boden weile, und seine Heimkehr sich in die Länge ziehen möchte. Aber Nachman war nicht der Mann, sich so kurz abfertigen zu lassen, zumal er von D avid's Lage besser als der Vater selber unterrichtet war. Denn Trau mann, der immer ein nomadisches Leben führte, weil sein frommes Werk ihn bald dort, bald dahinrief, hatte natürlich eher als Samuel erfahren, daß man den Sohn des Nagid bei Ostrolenka in Gielguds Reihen er-

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