Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 298)
- Language
- German
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Romantik. 275 Vorsatz gewesen; allein—war es ihm bedenklich, Seltnen altem -zu lassen, hatte er noch eigene selbstsüchtige Gründe — genug er vergaß seinen Vorsatz und blieb. Dagobert, sagte Seltne, Sie haben viel um mich verdient, denn wenigstens war ihre Absicht edel, wenn ich auch mit Schiller sagen kann: Das Leben iü der Güter Höchstes nicht. Mögen Sie, erwiederte er lächelnd, aus dem zweiten Theile jenes Satzes erkennen, wie gering mein Verdienst ist, denn: Der Nebel Größtes ist die Schuld. Wie verstehen Sie das? War es nicht meine Schuld, daß Ihnen mein Geschoß vor wenigen Tagen den Schrecken verursachte. Diese Schuld habe ich gesühnt, und Sie von einem andern Schrecken befreit." Sie verstehen feilt den Dank abzulehnen , doch Dankbarkeit läßt sich nicht durch Sophismen täuschen. Wenn Ihre Dankbarkeit hier gerechtfertigt werden kann, so muß sie sehr sophistisch seyn, in meinen Worten einen Sophismus zu finden. „Es ist zwar sehr edel, uneigennützig sein eigenes Verdienst nicht hoch anzuschlagen, und ein braver Mann verschmähet jede Belohnung — das sehe ich wohl ein. Aber Dank ist wohl nicht mit Lohn zu verwechseln, und der wahrhaft Edle weist jenen nicht schroff ab. Glauben Sie mir, der finstere Tempelherr der seine Recha aus den Flammen rettet, und ihr keine Gelegenhet bietet, die Empfindung ihres Dankes auszusprechen, verliert einen großen Theil seines Verdienstes, denn der mitleidsvolle Mann ist schätzcnswerth; aber liebenswürdig ist der, der sich mit dem Geschöpfe seines Eoelmuthes freut. Das paßt wenigstens nicht auf mich, denn ich bin nicht: nur bedankt sondern auch belohnt. Wie das? Sie leben! Seltne erröthete und schwieg. Bin ich Ihnen denn wirklich werth? fragte sie dann mit einem Blicke, der der Schweigsamkeit selber eine Zunge verliehen hätte. Aber Dago-