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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 271

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 271 (sequence 294)
Language
German
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Romantik. 271 t)en Haaren mit melancholischen Zügen, hatte ihr ganzes Wesen ein mystisches Aussehen. Eine sorgfältige Erziehung trug noch dazu bei, daß bald eine Schaar von Freiern sie umschwärmte, unter denen ein russischer Offizier von der Garnison bei Dünaburg sich besonders auszeichnete. Er hätte auch ihre Hand erhalten, wenn er in ihren Vorschlag eingewilligt hätte, ihr einen Plan, von der so wichtigen Festung zu überliefern. Da er aber dieses nicht mochte oder konnte, so wurde er abgewiesen, und das Fräulein weihte Herz und Vermögen dem Vaterlande. Sie rüstete ein Freikorps aus,dessen Stabs-Chef oder Generalintendant sie selber war, und eine Kammerjungfer vertrat die Adjutantenstelle bei ihr. Viele Frauen waren ihrem Beispiele gefolgt und nahmen Dienste beim Regimente. General Gielg u d erhielt von S kr zyn e e k i einen Succurs von Truppen, die mit dem Freikorps des Fräuleins von Plater vereinigt wurden , und zu denen auch Dagobert und S a l o u s ch e k gehörten. Das Mädchen aus welches der Erstere geschossen hatte, kam, des Kriegbrauches ganz unkundig, hierher, um sich ebenfalls beider Gräfin von P lat er anwerben zu lassen. Dagob e r t hatte sie nicht getroffen, die Kugel schwirrte an ihr vorbei, und nur der Schrecken über den unerwarteten Angriff hatte sie zu Boden geworfen. Unter der Pflege der Kammermädchen erwachte sie bald wieder aus ihrer Ohnmacht, und trug jetzt auf Befragen des Intendanten ihr Anliegen vor. Sie nannte sich schlechtweg Seltne, und wollte sonst weder Geburtsort noch Herkunft angeben, noch sich von dem Vorhaben abschreckeu lassen, an der Seite des Fräuleins zu fechten. Vergebens stellte man ihr vor, daß sie , des Krieges ungewohnt, nicht nur nichts nützen, sondern sogar hinderlich sein könne, vergebens lehnte das Fräulein ihre Dienste ab, weil sie, ohne Vorwissen der Eltern und Vormundschaft leicht Zwistigkeiten in einer Familie anrichten könnte. — Umsonst — Seline beharrte im Schweigen über ihre Herkunft, und im festen Entschlüsse thätigen Antheil au der Sache des Vaterlandes zu nehmen mit solcher Unerschütterlichkeit, daß man sich endlich gezwungen sah, in ihren Willen

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