Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 264)
- Language
- German
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210 „Wie schon, o Herr, wie himmlisch schön durchschlingen Des Herzens Blüthen deines Lorbeers Reis! Wie treu dafür die Völker dich umringen, So sitzt ein Vater in der Kinder Kreis. Ein einzig Kind steht einsam, schambefangen — Wie steht's so fern — von Gram gebleicht die Wangen — Wie schwer die Thränen an den Wimpern hangen — Ob's wohl der gute Vater weiß?! „3 s r a e l ist's — o schenk' and) ihm Erbarmen! Verhöhnt, verspottet steht's am fremden Herd, Nicht schämen brauchst du dich des Kinos, des armen, Das dich nicht minder liebt, nicht minder ehrt. Hat doch dieselbe Mutter es geboren, Hat's doch einst Gott zunr Liebling sich erkoren, Und wem ein Gott einst Liebe zugeschworen, Der ist der Menschenliebe werth. „Ein Fremdling bleibt dein Volk, so hör' ich sagen, Im Vaterlande wurzeln will es nicht — Wie soll der Baum im Lande Wurzel schlagen, Fehlt's ihm an Thau und Lust und Sonnenlicht s Wenn er des Himmels Segen erst genossen, Dann werden seine Wurzelarme sprossen, Drin hält er liebend dann sein Land umschlossen, Wenn auch der Sturm den Stamm zerbricht.