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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 97

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 97 (sequence 126)
Language
German
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IRI
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Juden in Ungarn 97 so daß schon in den französischen Nevolutionskriegen über fünfzehntausend Israeliten unter Oesterreichs Fahnen gedient haben?) Als jedoch „die Deputaten" der israelitischen Gemeinden von dem zu leistenden Waffendienste hörten, da überfiel sie Angst und Schrecken. Sie versammelten sich zu Rechnitz (im Eisenburger Komitate), um zu berathen, was unter so schwierigen Umständen zu thun sei. Naphthali R o sen th al aus Moor (im Stuhlweißenburger Komitate), der schon damals Berücksichtigung der Gegenwart mit der Achtung vor der Vergangenheit zu vereinigen verstand, und ein warmer Verehrer Moses Mendelssohns war,") redete der Uebernahme der Militärpflichtigkeit mit alter Wärme das Wort. „Lasset uns den günstigen Augenblick benützen, — so sprach er, — den Militärdienst freiwillig übernehmen, und wir werden nach der Zusage bedeutender Autoritäten für unsere Kinder eine bessere und ehrenvollere Eristenz gewinnen. Versäumen wir den gegenwärtigen Reichstag, so werden wir doch in nicht gar ferner Zeit Rekruten stellen müssen, ohne dadurch eine Verbesserung unserer Lage zu erlangen." Rosenthals Vorschlag soll bei den Anwesenden viel Anklang gefunden haben; aber der Vorsteherder Preßburger Gemeinde, Koppel Thebens, welcher schon früher unter Kaiser Joseph gegen die Militärpflichtigkeit gearbeitet hattet, sprach mit solchem Eifer gegen Rosenthals Motive, daß die Majorität endlich darin übereinkam, den Militärdienst nicht freiwillig zu übernehmen. Dafür aber, daß der Reichstag keine jüdischen Rekruten verlange, machte sich der Rechnitzer Vorsteher Ahron zu wirken anheischig. Er hatte nämlich Eintritt bei seinem Grundherrn, 1) i)r. I e ckel, Polens Staatsveränderung, Wien 1803 IV. S. 58. 2) Bei dem Sohne desselben, dem nun auch verstorbenen Salomon Rosenthal in Pest hat Schreiber dieses ein eigenhändiges, an Naphthali gerichtetes Schreiben von Moses Mendelssohn gesehen. 3) Dieser Vorsteher der Preßburger Israelitengemeinde am Ende des achtzehnten Jahrhunderts scheint viel befangener gewesen zu sein, als sein Vorgänger Jakob Mendel im Anfänge des sechzehnten Jahrhunderts. 4) Auch hatte er den Widerruf des Bartverbotes erwirkt, 28. April 1783 Nro3800; dieses Verbot, Bärte zu tragen, wurde am 31. März 1783 Nro. 1828 erlassen. 5

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