Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 166)
- Language
- German
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96 Allegorien des Talmuds. den ibm die reichen Früchte des Erwerbes zuwirft: so im Hause über Alles wachend, und für Alles sorgend, und in Allem sparend, nicht waltet die Gattin und Hausfrau; dann ruhet des Hauses Wohlstand auf wanken, morschen Stützen und Säulen. Auch die Wohltbätigkeir, die spendende Milde gehöret in's Gebier weiblicher Obliegenheiten. Nicht umsonst gab der Schöpfer demWeibe dies weiche, zane, hinschmelzende Gemüth. Du Gattin und Hausfrau, deren Händen der Mann den Segen und die Frucht seines Fleißes übergibt, bedenke, auch der Dürftige ist dein Bruder, und wie du den Teig nimmst aus dem Backtrog — bedenke, dieser dein armer Bruder hungert! Endlich auch die Erleuchtung, die Bildung der Kinder ich den Händen des Weibes anoerrram. Der Murrer empfindungsvolles, se l bst kindliches Gemürb gewinne: viel leichter das Zurrauen und das Herz des Kindes, als des Barers männlicher, oft unfreundlicher, harter, strenger Sinn. — Auch halten rausend Sorgen und Geschäfte des Mannes Gedanken zerstreut und mehr nach außen gewandt: darum ist das große und größte Geschäft, die erste Bildung und Erleuchtung der Kinder, Aufgabe und Obliegenheit des Weibes, ist ihr der herrliche Beruf, den ersten Lichtblick einer böbern Welt, in das junge, zarte Herz zu werfen Welches Weib jedoch diese drei großen Pflichten aus Augen setzt und nicht erfüllt, das stirbt in der Geburt; denn, wer der hienieden ihm angewiesenen Bestimmung nicht genüget, wer seine Aufgabe hier nicht löset, der ist nicht geboren für die Welt, der lebt nicht, der ist rodt für die Welt. Uebrigens gibt die Mischnah hier nur die Skizze des großen schönen Bildes, das Salomo in seinen Sprüchen so meisterhaft gezeichnet. Don (K. 31) wird zuerst die häusliche Thätigkeir des Weibes, das unermüdere Walten der Hausfrau: (V. 13 — 20) dann ihre wohlwollende Mildthärigkeir 520); endlich ihr sanfter, gemürhlicher Nntenichl (26) gerühmt und besungen. Und wir können uns nicht enthalten mir dem begeisterten Dichter zu sprechen: Wie glücklich wer ein solches Weib gefunden! (10) ihr Kleid ist Tugend und Würde und sie lächelt dem letzten Tage froh entgegen.