Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- – (sequence 294)
- Language
- German
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Ä^(it dem Verlust der politischen Selbstständigkeit derJsraeliren durch dieRömer, hörte auch ihre politische Geschichte auf. Wohl besaßen sie vormals eine Staatsgeschichte, die nicht wenig glänzende Blätter aufzuweisen hatte; die erste Eroberung des heiligen Landes, die später» Kämpfe in den Zeiten der Richter, die Gründung der davidischen Dinastie und die Ausbreitung des Reiches, durch den Stifter derselben, die Zurückerlangung der Selbstständigkeit durch die Hasmonäer, die einen an Zahl und Disciplin vielfach überlegenen Feind be^ siegten, und die letzten heroischen, obwohl erfolglosen Kämpfe gegen die damals unüberwindlichen Römer unter Vespasianus und Titus, und später unter Hadrianus, sind unauslöschliche Momente, an welchen derZahn der Zeit umsonst nagen wird. Nach lener traurigen Epoche aber, in welcher der israelitische Staarskörper seinen letzten Odem aushauchte, mußte mit ihm auch die politische Geschichte Israels ihr Ende nehmen. Aber eben so wie nach der Auflösung des Staatskörpers der israelitische Geist nicht aufhörte zu leben und zu wirken, so konnte auch dessen fernere Geschichte nimmermehr lautlos fortwandetn. Wie und auf welche Art der Geist innerlich und äußerlich, activ und passiv, sich bewegte und bewegt, und von seinen Bewegungen Kunde gibt, das soll der Inhalt der Geschichte sein, und das ist er auch. Es läßt sich mit Sicherheit Nachweisen, daß seit der letzten Zerstreuung Jehudas kein einziges Jahrhundert verging, in welchem nicht der israelitische Geist irgendwo eine neue Bewegung in und außer sich hervorbrachre, und zugleich eine solche von außen erhielt. Diese Bewegungen müssen aber ihre Organe haben, durch welche sie befördert werden und zur Erscheinung kommen. Es sind dies die Träger 21*