Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1844-01-01 · 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844) · page 267

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
Date
1844-01-01
Page
– (sequence 267)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2609281-3184080--0745-3184854
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Noten. l) Eigentlich „die Kleider zerreißen" eine orientalische schon zur Pflicht geprägte Sitte beim Vernehmen einer Trauer- Nachricht. *) „Versündigte Seele/' die nach den Kabbalisten schon im zweiten oder Dritten Stadium ihrer Seelenwanderung begriffen, und der es beinahe schon unmöglich wird, sich ihrem Sündenpfuhle zu entwinden. *) „Ein Widerspruch imMaimonides." Ein gewöhnliches Steckenpferd der Talmud-Jünger, mit allen Schrauben der Spitzfindigkeit eine auf ihr Studium Bezug habende Stelle im Maimonides aufzusuchen, und einen hypothetischen Widerspruch darin aufzufinden, um ihn sodann mit allen Hebeln eines paradirenden Scharfsinns nur wieder ausgteichen zu können. Ein. Steckenpferd, das nicht nur autorisirte Rabbinen, sondern auch angehende Jünger — Zeit und Geisteskraft versplitternd ~ schon zu besteigen, wagen. 4) Der berühmte Rabbi Bechai in seinem Buche „über die Pflichten des Herzens," welches bereits seit Jahrhunderten vom ganzen Judenthume rühmlichst gewürdiget und anerkannt, klagt schon hierüber: daß,die Rabbinen mit dem Ersinnen nichtiger hypothetischer Fragefälle ihre edle Zeit und Geisteskräfte verschwendeten, die sie doch für wichtige und das wahre Seelenheil betreffende Gegenstände weit gemeinnütziger hätten verwenden können und sollen. Und dieser große Mann war doch orthodox genug: ») „Frucht- und zweckloses Hin - und Herdisputiren"; bestehend aus leeren Fragen und eben so leeren 2lntworten. •) Erlebtes. Vers, mußte dieses, von einer anerkannten rabbinischen Autorität, am Neujahrstage vor dem Schofar - Blasen — einer weihevollen Stunde, die dem jüdischen Prediger Stoff genug zur Rührung der Gemüther darbietet — als Thema der stundelängen Deraschah behandelt, hören! — ») Lauter Fragen, über welche viel debattirt wird. *) Sage, daß der hohe R. Leb sich durch kabbalistische Formel und Talismann einen Diener erschuf. •) Sage, daß wer an, der Nacht vor dem Weidefeste seinen Schatten nicht sieht, das nächste Jahr nicht durchlebe. *») Siehe Midrasch Ester und Talmud, Megillah. Sage, daß wenn man nach der Rückkehr von einem Leichenbegängnisse durch das Nadelöhr, mit welcher die Sterbekleider des eben Beerdigten genäht wurden, blicke, man ein ganzes Heer von Geistern schauen könne. ") Sage, daß es gefährlich sei den Leichenfrauen zu begegnen, wenn sie von der Beerdigung heimkehren, dieweil der «satan unter ihnen sei. ") Wir verweisen nur auf des verdienstvollen J os. Perlrk „Meqalle Temirin" und dessen späteres Werk über dieChaßidäer und ihren betrügerischen Rabbi. «) Sprüche Salomons K. 27 V. 22.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.