Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 261)
- Language
- German
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208 Doch, wie man heute sondern soll die Steine? Und wie man soll begründen neue Zäune, Das; nicht der Bau entgegen reif' dem Sturz? — Nicht ich darf's sagen, bin nicht unbescheiden, Die Sache ist's der Kenner von Gebäuden! Doch, was ich mein', vernehmt's, ich fast" mich kurz Zuerst mein Wort, an unsres Häuschens Priester, Auf die das arme Volk im nächt'gen Düster Schon allzulang gespannten Blickes harrt; Auf daß zum Lichte sie, als Seelenhirten, Die Heerden leiten, die so tief verirrten, In eis'ger Frost des Vorurtheil's erstarrt! Das Vorurtheil, das blinde, ist's gewesen, Das da gehindert immer am Genesen Das Volk, zu frohem frischem Lebensheil; Dieweil fanatisch sie, in ihrem Schwärmen, Es stets gewußt auf's Neue aufzuwärmen, Und fortgeführt das Volk am Narrenseil! Das Sinnigste der Talmuds - Folianten, Sie haben's auch mit ihrem ausgebrannten Gehirne grübelnd umgedreht, entstellt — Und was er gab, als liebliche Embleme, Sie nahmen's wörtlich, stellten's, als Systeme Des Glaubens auf— zum Hohn der ganzen Welt! Darum hinweg mit jenem Schlendriane! Führt, frei vom Vorurtheil, die Lebensbahne Das Volk, zur frischen Heilesquelle hin! Zu lange blutet's schon, und noch zur Stunde, Aus dieser klaffend unvernarbten Wunde — D'rum sei die Heilung Euer erstes Müh'n! Doch, eh' Ihr Euch zum Volkeskörper wendet, Prüft Eure Äugen: ob sie nicht verblendet! Fühlt unpartheiisch selbst Euch auf den Zahn! Ob frei Ihr selbst von Vorurtheil und Wahn! Wollt Ihr im Häuschen, als deß Lichter prangen, Darf Euch nicht vor den Schattenseiten bangen,