Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 258)
- Language
- German
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205 Er trag' im Herzen es, als war's das Seine! Er blick' in jeglich Haus der Diöcese, Ob dort der Friede waltet oder nicht. Und predigt er: sei's reine Exegese, Anstatt des Pilpul, anstatt, daß er spricht: „Es werde d'rum vom Messias nichts vernommen, *) .. „Weil — ach, die Häubelbrettlein abgekommen"! Auf Synagogenordnung soll er schauen, Daß kein Gedränge in dem engen Kreis, Daß man daselbst gestört nicht im Erbauen, Statt AndachtSthränen nicht vergieße Schweiß; Daß Schwächlinge sich dort kein Siechthum holen, Was, wahrlich, nicht der liebe Gott befohlen! Es führe der Rabbine heutzutage Mit kluger Umsicht seinen Mosisstab: Was Mißbrauch, schaffe er mit kühnem Schlage Vom Bethaus und Gemeindewcsen ab. — Ihn kümm're nicht, wie's schwache Tröpfe deuten, Wo's gilt: das Volk zum Heile hinzuleiten! Z ud a. Ei, Rabbi, geht es so im Weltenlauf, Ihr gebt uns einer Frage Lösung auf, Die, wie Ihr sagt, der Zeitgeist Euch vertrau't; Und nun scheint's fast, Ihr schnappt durch Eure Phrase Den Preis uns weg, die Mitgift sammt der Braut, Und wir — wir ziehen ab mit langer Nase! Denn, lest Ihr fort mit solchem Geist Den Text, der Zeit und dem Rabbinenwesen, Zeigt Ihr, daß selbst Ihr um den Preis Euch reißt; Denn uns, fürwahr, bleibt dann nichts mehr zum Lösen! R. Schalom. (lächelnd.) Wie! Juda, Ihr wollt mich durch Vorwurf kranken? Am mindesten hätt' Euch's ich zugetrau't, Daß eifersüchtig Ihr schon auf die Braut; Ihr wolltet ja im Voraus mir sie schenken!