Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 206)
- Language
- German
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152 Glühende Kohlen. Verräther an Asrielo und allen Uebrigen hier? Denn wisse," und ein dämonisches Feuer sprühte hter in seinen Augen, ,,denn wisse, ich bin es, der, um deine Befreiung aus den Händen des alten Gatten herbeizuführen, die Bewaffneten hieher gelockt hatte, denn ich bin es, der, um den Himmel Deiner Liebe zu erobern, die Hülfe des Verbrechens nicht scheute! Weib, geliebtes Weib, o! zaudere nicht! Ich weiß es ja, daß Du mich liebst, daß Du mir meine Thatverzeihen mußt! Darum, omeine Judith, laß uns diesem Orte des Todes entfliehen!" — Judith aber, deren besseres Selbst im entscheidenden Momente zum klaren Bewußtsein gelangte, trat mit der Geberde tiefster Verachtung vor dem, von Leidenschaft so fürchterlich irre geführten Versucher zurück, und die Majestät des Schmerzes, welche sich in ihrem edlen Antlitze ausgeprägt, imponirte dem Verräther dermaßen, daß er es nicht mehr wagte, das geliebte Weib mir seinen verbrecherischen Händen zu berühren. Da stürzte der Knabe Naphtali zu ihnen heran, verfolgt von mordlustigen Soldaten, deren Wuth von der heldenmürhigen Kühnheit erregt wurde, mit welcher N-a p htali den Leichnam seiner Schwester von den plündernden Händen der Bewaffneten zu vertheidigen gewagt hatte. „Schützet mich, o Nodriguez!" rief Naphtali aus, und stürzte erschöpft zu des Angerederen Füßen nieder. Die Krieger jedoch fanden bald an dem prächtigen Geschmeide, das Judithen zierte, ein strebenswertheres Ziel, und tobend drangen sie auf das wehrlose Weib ein. Hier stellte sich ihnen aber wie ein gereihter Löwe Rodriguez entgegen, mir dem Bedeuten, daß es Keiner, bei Verlust seines Lebens wagen möge, dies; Weib oder den Knaben zu berühren. Die Krieger waren von der Entschlossenheit Rodriguez's verblüfft und eingeschüchtert; bald jedoch fanden sie es für höchst strafwürdig, daß Nodriguez, ein Christ, das Judenweib und ihren Knaben beschützte, und unter den