Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 203)
- Language
- German
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149 Glühende Kohlen. gebaut, bis er endlich, in eine Marmorhatte ausmündend, zu einem großen eisernen Thore führte. Mittels eines unendlich schwer und ermittelnden Mechanismuses sprang dieses auf, und nach Zurseiteschiebung eines schweren, grünen Vorhanges stellte sich ein großer, glanzend erleuchteter Saal dar, der alle Anzeichen seines Zweckes besaß, und denReichrhum seines Gründers und Besitzers zur Genüge bekundete. Hier nun befanden sich am bezeichneten Tage, außer ASrielo und den Semen, der größte Theil ihrer in derselben Stadt lebenden Glaubensgenossen, deren Zahl jedoch kaum fünfzig überstieg. Die Versammlung dieser kleinen Gemeinde trug etwas eigenthümlich Feierliches an sich. Denn die Verbergung ihres Glaubens im öffentlichen Leben mußte sie sämmtlich wahrhaft sehnsüchtig jene Momente erwarten lassen, wo es ihnen gestattet war, die drückende Hütte der Verstellung von sich, sich selbst aber vor den allmächtigen Gott ihrer Varer hinzuwerfen, begeistert und lavaheiß ihre bangen Seelen auszuströmen, die gebundenen Zungen zu lösen, und in tiefempfundem Gebete zu dem Herrn der Heerschaaren zu reden. Eben war eines der üblichen Gebete zu Ende, als plötzlich die Aufmerksamkeit der Versammlung durch ein, von Außen kommendes, immer lauter und näher schallendes Geräusch in Anspruch genommen wurde. Fragend blickten Alle auf Asrielo hin. Als aber dieser selbst und seine Angehörigen die allgemeine Verwunderung theilten , da überkam sie plötzlich Alle ein unwiderstehliches Gefühl der Beängstigung, und gar manches Antlitz war bleich geworden, und, wie eine Heerde vor dem Gewitter bebender Schafe, drängten sich Alle bangend auf einen Punkt zusannnen, entsetzenvoll nach nach der fest verschlossenen eisernen Pforte starrend. Das Geräusch war immer näher gekommen, Stimmen unbekannter Männer und Waffengeklirre waren nun deutlich genug zu vernehmen, um der bis in's innerste Mark schaudernden Versammlung die gegenwärtige Sachlage erkennen zu lassen.