Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- – (sequence 180)
- Language
- German
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äJiatt wurde sehr unrecht thun, wenn man unser Zeitalter allein der Vergötterung des Neichthums anklagen wollte. Schon in den ältesten Zeiten hat man das Gold sehr hoch geachtet und dem Reichthum eine unwiderstehliche Macht zugeeignet: ״Ich bin reich, spricht Ephraim, und so besitze ich Kraft und Stärke" *) ״Geld verlangt man, Geld zu allererst: Erst Geld, dann Tugend!" sagt einer von Roma's besten Dichtern. **)Judas Gewand der Fabel kleiden die Griechen die Erscheinung ein, daß keine Wohnung so fest und keine Tugend so stark sei, daß sie dem Zauber des Goldes nicht unterliegen sollte. *'**) Kann demnach die neuere Zeit in der Vergötterung des Reichthums weiter gehen? —- Nur im Einem Punkte stehet das Alterthum höher. Bei der ausschweifendsten Liebe zum Reichthum hat man dennoch die Armuth nicht verachtet, den Armen nicht übersehen: Talente und Geistesgaben* selbst in Lumpen gehüllt, wurden aufgefunden, anerkannt und hervorgezogen. Das hatte den segensreichsten Einfluß auf diejenigen, denen das Geschick statt Gold Weisheit gegeben: ihreDürftigkeit entmuthigte sie nicht, der Reichthum, den sie im Innern trugen, ging nicht verloren, sie förderten ihre unsichtbaren Schätze ans Licht, und ihres Geistes —Goldminen wurden unerschöpflich. Wer kennt Athens unsterblichen Gesetzgeber nicht! Aber Solon war von armen Eltern geboren, das Vermögen, *)עשרתי מצאתי און ל*י ,Hose;l 12; 9. ׳'*־ ) Qua’erenda pecunia prtmuni est, vir( 113 posfnummos. sägt Horaz. *־*־*) Man denke an den ehernen Thurm der Danaö und an den— goldnen Regen.