Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 173)
- Language
- German
- Belongs to
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r Nachman Krochmal. 117 Bahn gebrochen und geebnet zu haben. Jndeß wurde diese Thätigkeit bald mehrfachgestorr. Krochmals äußere Lebensverhältnisse erlitten nämlich durch den Tod seiner Schwiegermutter, bei welcher er bis dahin gelebt, eine Aenderung. Zudem verschlimmerten sich fast zu gleicher Zeit die Umstände seines früher wohlhabenden Vaters, so daß Krochmal sich genöthigt sah, die Verwaltung seines Vermögens selbst zu übernehmen, also Kaufmann zu werden. Für ihn eine harre Prüfung! aber er wich ihr nicht auö. In seinem Vorsatze, die neue Laufbahn zu betreten, ward er noch durch ein anderes Ereigniß bestärkt. Er hatte nämlich im Jahre 1815, kurz vor den eben gemeldeten Veränderungen, die unweit Zolkiev ansässige Karäische Gemeinde besucht. In der erwähnten Skizze liest man hierüber Folgendes: „Krochmal und der Chacham der Karäer — ein rechtlicher Mann von einfachen Sitten — unterhielten, durch äußere Umstände veranlaßt, einige Zeit hindurch einen freundschaftlichen Briefwechsel. Die in Polen mächtige Sekte der Chasidim, welcher Krochmal seit lange schon als eine sehr schädliche Person erscheinen mußte, war stets darauf bedacht, ihn wo möglich der Ketzerei verdächtig zu machen, was ihr bei seiner streng religiösen Lebensweise nicht leicht war. Als sie von jenem Briefwechsel hörte, wie auch daß Krochmal sich viel mit Karäischen Schriften beschäftige, eilte man nach Kokusow, und beredete den gutmüthigen Chacham, einige Briefe auszuliefern, angeblich um solche einigen sich heranbildenden jungen Leuten als Muster des hebräischen Stils zu zeigen. Unter diesen Briefen befand sich auch ein Schreiben von Krochmal, in welchem er den Chacham seiner steten Freundschaft versichert, und ihm ungeachtet seiner Verwerfung der rabbinischen Tradition Hoffnung auf eine lohnende Zukunft macht. Dieses Schreiben ward in vielen Abschriften an die größeren jüdischen Gemeinden in Galizien und russisch Polen geschickt, um als Beleg zu dienen, daß Krochm alsich bereits dem rechtgläubigen Judenrhume entfremdet, und die Absicht habe, sich den Karäern anzuschließen. Krochmal ward erst