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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1844-01-01 · 3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844) · p. Seite 49

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
3 Jahrgang = Schaltjahr 5605 (1844)
Date
1844-01-01
Page
Seite 49 (sequence 110)
Language
German
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49 das Jahr 1843. fast 600 und die größten gegen 6000 Seelen zahlen, sind in solche namenlose Trauer versetzt, daß die Sprache des innigsten Mitleids sie kaum beschreiben kann. In den verflossenen sechs Monaten wurden von diesen Gemeinden alle gesetzlichen Mittel versucht und alle nur möglichen Wege betreten, um diesen Ukas zu mildern; es wurden Deputirte nach Petersburg geschickt, welche durch Dokumente und Zeugnisse von den Behörden es klar erwiesen, daß unter hundert eingefangenen Schmugglern kaum 5 jüdische waren, daß von den 33 Gemeinden 17 seit 14 Jahren nicht einmal mit eingeschmuggelten Maaren Handel getrieben, gleichsam als hätten sie den tragischen Ausgang geahnt; aber alle diese Vorstellungen blieben fruchtlos, wie auch die schriftlichen Vorstellungen der deutschen Gemeinden ohne Erfolg geblieben sind. Was nun das Einschreiben der Platze anlangt, wozu die israelitischen Familienväter von der Regierung aus,gefordert wurden, so haben 19 Gemeinden, nämlich die zu Polangen, Krotingen, Dorbian, Garsden, Jakubowo, Szaltanten, Skud, Meiszaden, Pluwzian, Ritowa, Korzian, Wewrszan, Neustadt-Zugit, Chwer oan, Skodwill, Tanroggen, Erswalsk, Nosiane an der Dubisza und Jurburg, dieser Aufforderung kein Genüge geleistet. Sie erklärten, daß sie ihren Heerd, wo sie geboren und erzogen, als ihre einzige Heimath ansehen, daß sie bei aller Liebe zum russischen Vaterland außer diesem Heerde keine Heimath aufsuchen können, und wenn die Regierung über sie ein Exil verhänge, so möge derselbe höchste Wille auch ein Zielpunkt entscheiden, wo die Heimathlosen ihre Ruhe finden, damit die Nachwelt und die Geschichte nicht sage, man hätte durch eigene Wahl den Ukas seiner Härte beraubt. Dieser gemeinsame Beschluß von 19 Gemeinden wurde nach Petersburg geschickt, und man ist des Bescheides noch gewärtig, obgleich man im Ganzen nur noch geringe Hoffnung hegt. Es ist aber bei dem Israeliten nicht bloß das schauerliche Gefühl der Verarmung und der Heimatlosigkeit, das ihn zu Trauer und Klage stimmt, sondern auch die Aussicht, 5

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