Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 225)
- Language
- German
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235 Gattin nach Frankreich ein; altem sein sehr geschwächter und gebrechlicher Körper unterlag schon am 22. den Beschwerden der Seereise, und sein verklärter Geist verließ die erschöpfte irdische Hülle, um die Reise nach besserer ewiger Heimath anzutreten.— Auf die Bitte seiner trostlosen Gattin und besondere Verwendung des Capitän Cardozo, Sohn desConsuls zu Porto - ilico, ein Jsraeltte, gestattete Capitän Thomrvn daß dessen Leiche am Bord behalten und nach Frankreich gebracht werden durfte; worauf die sterbliche Hülle am 24. Okt. auf dem Gottesacker zu Paris feierlich zu Grabe bestattet wurde. So lebte Cerfbeer, obwohl stets außerhalb des Kreises jüdischer Gemeinden, doch dem Glauben seiner Väter treu und anhänglich, und als mildthätig unermüdet wirksam, an Verdiensten hervorragend und groß, gewürdiget und anerkannt von seinen Zeitgenossen bis zu seiner letzten Stunde. — Friede seiner Asche. Am 31. Oktober 1842 starb der.Oberrabbiner Salomo» Hirschel zu London, in seinem beinahe vollendeten Slsten Lebensjahre. Sein Vater R. Hirsch Berliner war Oberrabbiner der großen Synagoge zu London und wurde, als Salomon vier Jahre alt war, .Oberrabbiner in Berlin. — Der Knabe entwickelte viel Talent in seinen rabbinischen Studien, erwarb sich eine außerordentliche Gewandtheit im hebe. Style und gute mathematische Kenntnisse. Zn siebzehn Jahre verheirathet wurde er bald Rabbiner in Prenzlau. — Im 40sten Jahre wurde er nach London berufen wo er großen Einfluß erlangte. Während seines Rabbinats wurde die deutsche Gemeinde an Zahl wie an Wichtigkeit eine der größten Enropa's, sank die Schranke zwischen der deutschen und portnzisischen Gemeinde, und entstanden die rh> die Freischnle und viele wohlthätige Anstalten, wobei sein Einfluß vielfach wirksam gewesen. — Seine letzten Tage wurden durch die Kultnrreformen getrübt. — Er hatte vier Söhne und vier Töchter, von denen je zwei todt sind, '^eine Nachkommen bestehen in 28 Enkeln und 24 Urenkeln. Er hatte eine große Gestalt und ein durchdringendes Auge. Sein Begräbnis; war prächtig. Am 2. December 1842 starb Pr. Ludwig Berg; Arzt im jüdischen Hospitale in Warschau nur 33 Jahre alt. Bedeutende Talente, tiefes Wissen, die edelste Denkungsart und gemeinnütziges Streben vereinte er wie sehr Wenige. 1809 zu Fordon in Preußen geboren, studirte er in Breßlau unter Jüngker und Dissen-