Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 219)
- Language
- German
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22!) Und als des Freudentaumels berauschender Pokal, Das Blut erhitzt die Sinne, entflammt der'Äugen Strahl,— Hineilen die Verbannten, wie aus der Luft der Aar, Und rauben sich die Bräute und eilen zum Altar. — Nicht kann ich hier verkünden den kampfentbrannten Murh, Die Anmuth, das Erröthen, der Liebe Dämmergluth, Wie Stolz der Frauensitte zur Milde sich geneigt, Wie Liebe im Entstehen schon ihre Macht gezeigt; Wie auch der Haß beschleunigt der Herzen raschen Schlag, Wie mancher kühne Freier in seinem Blute lag, Weit ein zuvor Beglückter vom Mädchen seiner Wahl, Den Raub des süßen Glückes gerächt mit scharfem Stahl. Zu dürftig ist die Rede, zu schwach das Saitenspiel, Zu künden, was unendlich: das menschliche Gefühl, Wenn Lieb' und Haß in Flammen, in wilder Eifersucht, Die Frauenhuld im Kampfe sich zu entreißen sucht. Doch weilt mein Auge gerne auf jenem holden Bild: Ein Jüngling, schlank und hehr, sein Auge kühn und — mild; „Wohl ragt sein Haupt, das schone, aus Tausenden hervor," Doch auch sein Geist, er hebet sich königlich empor. Er wagt kaum zu umarmen dort jene Huldgestalt, Die Theure, deren Nacken die Lockennacht umwallt. Sie steher, harrt und weilet, die Wangen Purpurgluth, Als wollte Liebe zeigen, erröthend, ihren Murh. Der Jüngling, der am Feinde gar oft erprobt sein Erz, Er fürchtet, — sanft ein Mädchen zu drücken an sein Herz; Doch sie— umschlingt den Jüngling und lispelt leis' ein Wort — Das Wort der Liebe aber verschweiget mein Accord.