Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 192)
- Language
- German
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200 Proben rabbinischer Weisheit. 16. Die Stimme der Natur. Ein Vater, der hatte zehn Söhne, die waren ihm einer wie der andere lieb und werch. Einst hörte er, wie sein Weib im vertraulichen Gespräche mit einer Freundin sich besprach, und ihr verrieth, daß von allen seinen Söhnen nur Einerder seine sei. Welcher? das wußte er selber nicht. Der Mann, der seinen Haus-und Seelenfrieden sich zu wahren dachte, schwieg, und trug seinen Gram still in sich. Als er zum Sterben war, verfügte er über seine Habe, und vermachte all sein Hab und Gut — dem Einen! Wer der rechte sei, darüber sollte des Richters Spruch entscheiden. Der Mann starb. Der Richter lud die Söhne alle vor. Zeder machte sein Recht geltend, wie er dem Vater liebevoll anhänglich, treu ergeben sich gezeigt Der Richter hörte das Alles mit an, und sprach am Ende: „Wisset Ihr was, gehet hin und pochet und klopfet an Eures Vaters Grab, daß er seine Willensmeinung Euch offenbare. Zch bringe es nicht heraus." Die neune gingen, der Eine blieb. „Nun, frug der Richter, gehst du nicht mit?" „Nein — sprach der Sohn — ich nicht. Bevor, daß ich pochend und klopfend an meines Va* ters Grab trete, und ihn in seiner Ruhe störe, verzichteich lieber auf mein Recht und auf Alles, was mein Vater je hat sein genannt." Und der Richter der sprach: „Geh hin, und nimm dein Erbe, du bist der ächte und der rechte Sohn." Baba Batra 58. a. pfänglich ist für die Botschaft des Heils. Nichts desto weniger fand der R. hier Gehör und Anerkennung, wo er sie am wenigsten erwartete. Die gelähmten Geistesschwingen erhoben sich zum Fluge. Darob würde Israel, meinte R. Elasar, das der Verkündigung von dem Himmelreiche nicht so williges Gehör und Folge leiste, dereinst zur Verantwortung gezogen werden.