Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 162)
- Language
- German
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168 Gluck und Wissen. nigen Garten eines schönen Herzens, den Engel selbst mit dm schönsten Blumen besäen." Bis spät in die Nacht blieb I s a k unter diesen vortrefflichen Menschen; ihre Unterhaltung ward immer wärmer und traulicher. Selbst die reizende Julie verlor allmälig ihre Schüchternheit, und entfaltete nun einen Reichthum von Geist und Phantasie, deren J sak ein Weib gar nicht fähig gehalten. Hatte er früher nur mit der innigsten Rührung in dieses kindliche Gesicht geblickt, so hörte er jetzt mit dem Ausdrucke der Bewunderung ihre Ansichten und Bemerkungen. Und als er endlich, von ihrem Bruder begleitet, in sein Gasthaus zurückkehrte, umarmte er diesen vor der Thüre, und brach in die Worre aus: „Mein Freund, ist das ein Mädchen oder ein überirdisches Wesen, was Sie Ihre Schwester nennen?" „Ja, sie ist ein seltenes, vortreffliches Weib," — sagte dieser erfreut über die E.rtase eines so geachteten Mannes,— und ich bin sehr glücklich, sie meine Schwester nennen zu dürfen. Ich habe aber auch das Recht ans sie stolz zu sein, denn außer den edlen Gaben, die sie der Natur verdankt, ist ihre Bildung mein Werk." # „Und Sie selbst, mein Freund," rief Jsak, „Sie haben so viel Ruhe und Sicherheit in Ihrem Thun und Reden, Ihr Idiom ist rein, Ihre Ansichten klar und geläutert, Ihre Empfindungen besonnen und kräftig — ich stehe ganz erstaunt und beschämt neben ihnen. Hat sich hier in der kurzen Zeit so viel geändert, oder in wessen Schule sind Sie gegangen?" „In die Schule des Lebens," erwiederre David lächelnd. „Sie machen mich ganz neugierig," sagte Jsak mit einer Lebhaftigkeit, wie er sie seit Jahren oder vielleicht noch niemals gekannt; „überhaupt kann ich mich noch nicht von Ihnen trennen. Lassen Sie diese heutige Nachr für uns eine „Nacht der Wache" sein, die wir bei dem besten Glase, das der Wirrh liefern kann, unter der Erzählung des Erlebten verbringen wollen."