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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1843-01-01 · 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843) · p. Seite 131

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
Date
1843-01-01
Page
Seite 131 (sequence 127)
Language
German
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Exodus Cap. 18. 131 Und so ist es auch in unserm Leben: Kommen und Scheiden gränzen gar nah' aneinander. Und es ist nicht blos der Alles trennende Tod, der zwischen liebende und geliebte Menschen tritt, sondern unzählige Verhältnisse und Obliegenheiten verlangen in einem gebieterischen Tone, daß die, so sich kaum begegnet und gesehen haben, wieder von einander scheiden sollen. Aber auch diese Einrichtung rührt von einer höher» Hand her, sie soll dazu beitragen, daß die Liebe zu den Unsrigen immer inniger und sinniger werde. Die Stunden, die uns in dem Kreise der Liebe und der Freundschaft vergönnt sind — mehr als Stunden sind es ja nicht! — wollen wir nützen und festhalten. Wir wollen sie dadurch zu fesseln, ich möchte sagen, zu verewigen suchen, daß wir in denselben für einander denken, wirken und leben, und so denken, so wirken und so leben, daß wenn wir den Gegenstand unserer Neigung, wie Mose den Jethro, entlasten, „und derselbe zurückkehrt in sein Land," in seine Heimath, oder wenn wir die Entlassenen, die Zurückkehrenden sind, kein Vorwurf irgend einer Art über vernachlässigte, versäumte Pflicht unsere Seele beunruhige. Nein, wir müssen u n s in dem Scheiden noch beim Abschiede sagen können: Wir haben die kurzen, aber inhaltreichen Feststunden, die der Himmel uns gegönnt, ganz gekostet und empfunden; unser Zusammensein und Zusammenleben war heiliger, göttlicher Natur, hat uns beglückt und beseligt. -O, wie heilsam muß die Lehre, die Wahrheit, daß Kommen und Scheiden so nah an einander gränzen, auf unsere engen und engsten Kreise wirken! Zu welchem Segen muß die Liebe der Eltern zu den Kindern, die Liebe der Kinder zu den Eltern werden, wenn sie es sich gegenseitig veranschaulichen, daß ihnen zum Lieben nur flüchtige Stunden verliehen sind! Wie wird dieser Gedanke die Eltern anspornen, an ihrer Kinder Wohlfahrt mit allem Ernste zu arbeiten, und dieselbe so fest wie möglich zu begründen; denn hier allein gibt sich die echte und rechte Liebe kund. Wie wird, dieser Gedanke die Kinder, auch die leichtsinnigen und

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