Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 2. Jahrgang = Jahr 5604 (1843-1844) (1843)
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 62)
- Language
- German
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62 Kurze Geschichte der israelitischen welche sich der Spitalverwalter auch bei dieser Gelegenheit erworben, wurden von Sr. Majestät dem höchstseligen Kaiser Franz I., und von Sr. Majestät Alexander I. dem höchstseligen Kaiser von Rußland, durch die Verleihung von goldenen Ehrenmedaillen anerkannt. Durch die vermehrten Ausgaben war die Nothwendigkeit, eine bessere Ordnung in dem Gemeindewesen herzustellen, um so dringender geworden. Die hohe Regierung erließ daher im Jahre 1806 eine ausführliche Vorschrift und Instruction für die Vertreter, und machte mir, bei meiner damals erfolgten Ernennung zum Vertreter und zweiten Spital-Vorsteher, besonders die strengste Sparsamkeit in der Verwendung der Gemeindegelder zur Pflicht. Die unterdessen eingetretenen Kriegsereignisse gaben den hiesigen Israeliten mannigfache Gelegenheit, Beweise ihrer Unterthanentreue und Vaterlandsliebe abzulegen. Als nach dem Abschlüsse des Wiener-Friedens, im Jahre 1809 Se. Majestät der höchstselige Kaiser Franz I. wieder in seine Residenzstadt Wien einzog, und dieses freudige Ereigniß von den hiesigen Bürgern durch festlichen Empfang und öffentlichen Gottesdienst in allen Kirchen gefeiert wurde, versammelten sich am folgenden Sabbathe auch die hier tolerirten Israeliten, und zogen, festlich gekleidet. Paar um Paar, in ihr so viel als möglich ausgeschmückres Lokale im „weißen Stern", um da ihr Dankgebet zu verrichten. Dieses wurde höheren Ortes beifällig ausgenommen, und jener Freudentag sollte auf diese Weise zugleich der Anlaß zu einem andern erfreulichen Ereignisse für die hiesigen Israeliten werden. Da nämlich damals schon die meisten Betzimmer in Privathäusern eingegangen waren, war das Bedürfniß nach einem größeren und angemeßneren Lokale für den Gottesdienst bereits sehr dringend geworden. Um sich einen Begriff hievon zu machen, lohnt es noch heute der Mühe, von dem Letale des ehemaligen Betzimmers im „weißen Stern" Einsicht zu nehmen, und einen Vergleich mit unserem gegenwärtigen