Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 216)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
…/2609281-3184076--0216-3184323- Visual Library
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- Oran 2× ep/1048048
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Ein Schreiben aus Oran vom 21. April, von dem Grvß- Nabbiner, zwei Mitgliedern des Tribunales, dem Adjunkt der Mairie und vielen Anderen gezeichnet, an die Herrn Mitglieder des Konsistoriums zu Straßburg, meldet ein schreckliches Unglück, welches die Juden von Telemeen und Maseara getroffen. Nach der Einahme dieser Städte durch die Franzosen, zwangAbd-el-Hader diese Unglücklichen ihm in's Innere des Landes zu folgen, nun aber nach einer allgemeinen Niederlage sah er sich genöthigt vor der französischen Armee zu fliehen und unsere unglücklichen Glaubensgenossen zu entlassen. Die französische Armee und die befreundeten 2lraber hielten nun riese für einen dem Feinde angehörenden Haufen, richteten ein schreckliches Gemetzel unter ihnen an, und sahen erst nach langem Blutvergießen ein, daß sie mit unglücklichen nicht feindlichen Leuten zu thun hatten. Seit ungefähr 14 Tagen sind zu Oran an 4000 angekomen, welche außerdem, daß sie ihre Väter, Gatten, Verwandte vor ihren Augen haben erwürgen sehen, auch ihres Vermögens ganz beraubt sind und nun ganz entblößt da stehen Es wurden an mehreren Orten bereits Sammlungen für die Unglücklichen veranstaltet. Deutschland. Die „Gesellschaft der Freunde" in Berlin hat von der Münchner-, Achner- Feuer-Versicherungs-Gesellschaft, die bekanntlich ihre Ueberschüsse wohlthatigen Zwecken widmet, ein Geschenk von 500 Thalern erhalten. Diese Gesellschaft der Freunde feierte am 30. Januar ihr 50 jähriges Jubiläum. Die Gesellschaft hat das Gluck noch 9 von den Stiftern und 2 von den Mitgliederndes Jahres 1792 zu besitzen. Am Morgen fand ein Rede-Act statt, auch wurde eine allegorische Zeichnung von Hoffmann als 2lndenken vertheilt, und eine Ehronik der Gesellschaft vom ^ekr. Hr. Ludw. L e sse r verfaßt, den 2lnwesenden übergeben. — Zwei Zwecke waren es, welche die Gesellschaft verfolgte: den der Unterstützung, welchen sie durch Verausgabung von 80,092 Thalern in 50 Jahren erreicht, und der, wenn er gleich einflußlos auf das Allgemeine war, doch sehr segenreich für die Berliner Juden wirkte; und den der Abschaffung voreiliger Beerdigungen, wodurch sich die Gesellschaft auch ein allgemeines Verdienst erworben. Nachmitags fand ein glänzendes Festmahl statt, welchem der Oberbürgermeister, der Polizeipräsident, die geh. Oberregierungs - Näthe S t re ckfu ß und Brü g g m a n n beiwohnten. 2luf öftere Toaste antworteten diese Herren in wahrhaft herzlichem Tone, indem sie ihre Vorurteilslosigkeit gegen verschiedene Glaubensansichten aussprachen. Ergreifend war eine kleine Rede, welche der Veteran vu. Rin t el sprach. Von anwesen-