Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 167)
- Language
- German
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114 Die Tücke als auf ein wirkliches Substrat zu beziehen sein. Die Lobgedichte des R. Josef ben Sahol sprechen für die außerordentliche Anerkennung unseres Dichters bei seinen Zeitgenossen. (Zeugnisse Späterer über ihn, bei Dukes). Daß R. Josef ben Sahol — ein Schüler des als Dichter ausgezeichneten, mehr noch als rabbinische Autorität gewichtvollen R. Isaak Ihn Giat, seiner Frömmigkeit so wie seiner Gelehrsamkeit wegen gerühmt, Rabbi zu Gorckova, woselbst er 1124 verstorben,— mit solchen Lobe von Mose benEsra spricht, zeugt für die Lebensfrische und regsame Empfänglichkeit jener herrlichen Cultur-Periode des Judenrhums, so wiegegen die später eingetretene Verdumpfung und starre Einseitigkeit der Vertreter religiösen Lebens und Interesses. Von den religiösen Poesien Mose ben Esra’s hoffen wir in der Kürze an einem andern Orte mehrere Proben geben zu können. Hier das Stück, dem diese flüchtigen Andeutungen zur Einführung dienen sollten: — .0 Welt, gieb Acht, und lasse dich belehren, Thu' auf das Ohr, um sorgsam anzuhören! Vernimm aus dessen Mund den Spruch der Wahrheit, Dem dein Geheimstes ward zu lichter Klarheit, Der sie erforscht, erprobt die Zauberkünste, Dein falsches Wesen, deiner Bilder Dünste, — Wie's dir gelingt, die Thoren zu berücken Mit glatter Red' und heuchlerischen Blicken. Wie Honig süß, wie ist so sanft dein Wort, Doch wenn du zürnst, ein Dolch, gezückt zum Mord; Wie du sie täuschst im Schmuck, der golden blinkt, Und mit dem Aug' verführerisch geschminkt. Du schmückst umsonst dich mit dem Purpurkleid,