Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 159)
- Language
- German
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gehalten von Z. N. Mannheimer. 10) macht, ihn unempfindlich und unempfänglich macht für das, was des Menschen Herz bewegen sollte; daß der Neichthum seinen Herrn verweichlicht, ihn üppig, lüstern, leichtfertig macht, den Geist schlaff, die Sitten locker; daß der Reichthum seinen Herrn stolz und hoch-und übermüthig macht, daß er seinen Brüdern gegenüber sich für was Anderes und Besseres hält und gibt, und ihr Leid, das auch das seine ist, nicht als das eigene Leid fühlt, das auch ihn berührt, und ihre Furcht und ihre Hoffnung sich nicht so zu Herzen nimmt, als hätte auch er sein Theil daran; daß der Reiche in seinem Reichthum sich geborgen fühlt, und darum aller Sorge sich begibt, und in solcher Sorglosigkeit einer gewissen Unsträflichkeit sich versichert hält, und darob das Heil verfehlet, darnach der Mensch zu ringen hat, — das wäre, was ich zu rügen hätte. Ich habe Reiche gekannt in Israel, die mit ihrem Gelde mehr gewirkt, als alle Erleuchteten, Weisen und Starken ihrer Zeit; sinkende Gemeinden haben auf- und emporgebracht, fallende Gotteshäuser haben gestützt und aufgebaut, mit ihrem eigenen Gelde haben auferbaut; das dunkelnde Gotteslicht in Israel mit ihrem Seelenlichte genähret, und ihm das Oel und den Docht gespendet und beschieden haben, daran es ihm gefehlt; erloschene Gluthen mit ihrem Lebensodem wieder haben angefacht, zerrissene Bande wieder haben angeknüpft, verlorene Seelen wieder haben gewonnen und zurückgeführt zur göttlichen Erkenntniß und innigen Hingebung in den Bund und Willen Gottes. Aber, meine Freunde, das waren nur die wenigsten. Gesegnet sei ihr Angedenken in heiliger Stunde! Die Mehreren, die Vielen, die Gott gesegnet hat mit seinem Gute, die haben das Alles nicht gethan, haben das Altes nicht über sich vermocht! Wie es heutzutage den Anschein hat, ist es eben der Gottessegen über sie, der die Herzen von Gott abwendig macht, und sie für das Leid und Weh in Israel und für jegliche Erhebung im Geist und Gemüth stumpf und unempfänglich macht. „Als Jeschurun war feist und fett geworden, schlug es aus, „verstieß den Gott, der es zu dem gemacht, was es geworden, und „schändete den Hort und Fels, aus dem sein Heil entsprungen!"