Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
- Date
- 1842-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Rückblick auf Diese Bemerkung war nothwendig, um die ganze folgende Darstellung zu verstehen. Da sich alle Geschehnisse um diese beiden Punkte drehen, so muß man sie festhalten, will man nicht überall die Frage nach dem Warum? und Wozu? wiederholen. Alle Bestrebung, aller Streit, aller Kampf und aller Sieg entspringen hieraus. Und gestehen wir es uns, es ist etwas Großartiges; es liegt Etwas darin, was nicht bloß den Israeliten, was jeden denkenden Menschen, jeden, der ein Herz hat für den Gang und die Mühen der Menschheit, sehr interessirt. Darum, meine Brüder, will man ja auch wissen, was vorgeht — weil Etwas vorgeht. Daraus gingen so viele neuere, für das Judenthum neue Erscheinungen der Literatur hervor; daraus entsprang auch die folgende Berichterstattung. Was könnte wohl erhebender sein, als Bekenner eines Glaubens, die wegen ihres Glaubens anderthalb Jahrtausend bürgerlicher Stellung beraubt waren, endlich durch die Humanität der Zeit, ohne ihren Glauben aufzugeben, in ein geregeltes bürgerliches Verhältniß eintreten zu sehen! Was konnte wohl erhebender sein, als eine vier Jahrtausende alte Religion, nachdem sie ihre eigene, die altpersische, griechische, römische und arabische Civilisation durchgearbeitet, auch noch die europäische sich zu eigen machen, und mit ewig verjüngender Kraft in ihr Herzblut aufnehmen zu sehen! Daß dies ohne harten Kampf, ohne Streben und Widerstreben, ja selbst ohne Fehlgriffe und Irrungen nicht vor sich gehen könne, weiß jeder, der die Wege des Menschlichen je beobachtet hat. Doch wir wollen den Thatsachen des Jahres 1841 näher treten, und sie sollen uns zuerst nach der Wiege des Menschengeschlechtes und des Judenthums, nach dem Oriente führen. Hier interessirt uns zuerst die ungezählteJsraelitenmenge, welche unter dem Szepter des Islams lebt. Weiter ab wissen wir auch Einiges von Juden in China, in Indien, Persien und Arabien, aber für die Geschichte sind diese nur und weiter nichts, weil sie an den Bewegungen des civilisirten Lebens noch keinen Theil haben.