Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 349)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Krtheile der Iresse über die dritte Auslage dieses Buches. (Prutz, deutsches Museum.) Das Ganze soll eine Art poetischer Hauspostille für die jüdische Familie, zunächst für die Jugend bilden, für die sich hier neben der sittlichen Anregung zugleich eine Schule des ästhetischen Geschmacks und der künstlerischen Bildung eröffnen soll. Nach der raschen Folge der Auflagen zu urtheilen, welche dem Buch zu Theil geworden, hat der Herausgeber, der selbst als Dichter rühmlichst bekannt ist, diesen seinen Zweck vollständig erreicht und bemerken wir daher an dieser Stelle nur, daß das Buch durch die Mannigfaltigkeit seines Inhalts, der aus den verschiedensten Literaturen und Jahrhunderten zusammengesetzt ist, auch solchen Lesern, welche den confessionellen Anschauungen desselben fern stehen, ein mannigfaches Poetisches wie kulturhistorisches Interesse erwecken wird. (Blätter für literarische Unterhaltung.) Es ist eine geschmackvolle Auswahl von Dichtungen, welche theils von jüdischen Dichtern aus dem Geiste des Judenthums heraus gedichtet sind, theils überhaupt Stoffe der jüdischen Geschichte behandeln. Auch viele christliche Dichter haben im Geiste der Byron'schen meloäies" die Geschicke des auserwählten Volks elegisch gefeiert, bis die realistische Richtung der neuesten Zeit die mit der Silhouettenscheere ausgeschnittenen „Beitel Jtzig" zu ihren poetischen Vignetten wählte. Doch fehlt kaum einer der neuern namhaften Dichter in der Sammlung: Freiligrath, Anastasius Grün, Nikolaus Lenau, Meißner, Gutzkow u. a. sind vertreten, und zwar nächst Byron mit den zahlreichsten Gedichten der Herausgeber selbst, dessen „Rose von Jericho" namentlich einen echt dichterischen Hauch athmet. Durch edlen Schwung fiel uns außerdem der „Klagegesang der Kinder Juda in Rom" von Gregorovius, „Eines Dichters Bestattung," von Emil Kuh und Leopold Kompert's „Pflügerlied" auf. (Blätter aus Krain.) - Die dritte und vermehrte Auflage des unter obigem Titel vor Jahren erschienenen interessanten Werkes liegt uns vor, und mit wirklicher Freude ergingen wir uns in dem Haine von trefflichen Poesien, den der Herausgeber mit kunstsinniger und verständiger Hand angelegt hat. Es sind meist fremde Blumen mit entschieden orientalischem Habitus, die in dem Haine blühen, und in den Zweigen rauscht und plätschert es, wie einst in den Gärten Salomo's. Die Dichter aller Nationen und aller Zeiten sind darin vertreten, und wer nicht von vornherein gegen die einseitige Färbung eingenommen ist, wird das Buch mit dem Urtheile aus der Hand legen, daß es ein sehr interessantes ist.