Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 307)
- Language
- German
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— 272 — befohlen ward, ihnen alles nicht rituelle Fleisch zu überlassen. Frißt nun der Hund das Fleisch, so wißt Ihr, daß es nicht rituell ist, läßt er's aber unberührt, dann ist's gewiß' rituell. So viel für das Alltägliche, in schwieriger» Fällen, wo der Hund nicht zu entscheiden vermag, wendet Euch an mich. Der einfältige Landmann nimmt diese Worte für baäre Münze, schafft einen Hund an, glaubt jedesmal, daß, wenn der Hund, ein vorgeworfenes Stück Fleisch beschnupperte, das Thier denke dem Religionsgesetze nach, überzeugt sich aber bald, daß der Hund Alles esse und demnach Alles für nicht-rituell erkläre. „Rabbi, mit dem Hunde gehet es denn doch nicht von statten." Warum nicht? „Ei er denkt wohl immer nach, aber zuletzt ist er mir doch zu viel machmir (zu rigoros)." Schließen wir dieses Capitel von den Naivetäten und Gegensätzen mit einigen Anekdoten über Juden, die, durch Noth, Druck oder aus andern weltlichen Gründen sich bestimmt fanden das Christenthum anzunehmen. In Prag ging ein armer Jude an einem Wintersabbate vor dem Thore eines Klosters frierend auf und nieder. Was machst hier Hersch? — Ich will mich schmaden (taufen). Ei warum klopfst nicht an die Pforte und frierst hier? „Ich möchte wohl pochen, ober es ist Sabbat, und da darf man's doch nicht." — Ein bekannter Bischof ließ jedem Juden, der sich freiwillig taufen ließ, drei Dukaten Pathengeld auszahlen. Ein Jude fährt in die bischöfliche Residenz, ein anderer begegnet ihm. „Wohin?" Nach O—, Was machst dort? — Schmaden. Was fällt dir ein? Ich kann mir nicht helfen, in acht Tagen sind unsere Ostern