Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 269 (sequence 304)
- Language
- German
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— 269 — schäfte sind blos conträre Gegensätze, die noch ein Drittes zulassen, denn ich kann mich so beschäftigen, daß ich weder pflanze noch entwurzle, weder tödte noch heile, weder anfbaue noch einreiße. Nun führt aber die Bibel fort: Es gibt eine Zeit zum Reden und eine Zeit zum Schweigen.- Reden und Schweigen sind vollkommen kontradiktorische Gegensätze, die kein Drittes zulassen. Diese Stelle war mir immer auffallend. Da hörte ich einen Deutschen Predigen und nun hatte ich ein Drittes gefunden, das nicht Schweigen und nicht Reden ist — Predigen, das ist zwar nicht schweigen, aber doch nichts sagen. Der Deutsche sagt vom Polen, er könne auch nicht die harmloseste Frage schlicht beantworten, und werde immer Umwege machen; früge man ihn: Pollak, wo hast du dein rechtes Ohr, so werde er nicht mit der rechten Hand aufwärts fahren und darauf Hinweisen, sondern mit der Linken nach rückwärts greifen, um das Hinterhaupt herumfahren, um zum rechten Ohre zu gelangen. Der Pole sagt darauf: Ein deutscher Knabe sei mit zwölf Jahren nach Polen gekommen-und ist dort dreizehn Jahre alt und demnach bar-mirrvÄ (religiös-mündig) geworden, und habe sich dann über das merkwürdige polnische Klima gewundert, welches ihn in einem einzigen Jahre zu einem 13jährigen Knaben machte, während er in Deutschland 12 Jahre hindurch lebte und doch noch nicht dreizehnjährig wurde. Der Deutsche spottet also: Der Pole kann durch folgenden Trugschluß zum Diebe werden, indem er sich sagt: Darf ich doch in meiner Tasche: in welche kein Deutscher greifen darf, herumwühlen, um wie viel eher ist's mir erlaubt, des Deutschen Tasche zu