Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 298)
- Language
- German
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— 263 — Neckereien zwischen den verschiedenen Ständen der offiziellen Theologen und der Männer des praktischen Lebens fanden aber nicht minder oft statt: Hier Einiges: Rabbi David Deutsch sah einen jüdischen Lastträger, der sich seinen Bart wegmodernifirt hat, rief ihn zu §ich und fragte: Wie viel zahlt man dir für's Tragen? „Je nach der Last von 5 Groschen bis zu einem Gulden." — Hier hast du 5 Groschen, trage mir auch etwas. Was denn Rabbi? Einen Bart. — Derselbe sah einst einen Zierbengel, der sich den Bart abnehmen ließ, und fragte um die Ursache. „Ei," sprach der gebildet sein wollende Ellenritter — „ich bin ohne Bart zur Welt gekommen, und halte mein Kinn, wie Gott es geschaffen." — Dann müßt Ihr, erwiederte D. Euch auch die Zähne ausztehen lassen, die Euch auch nicht bei der Geburt in den Kinnladen steckten. R. Moses Eidlitz wollte seine Büßfertigkeit zeigen und ließ sich einen Bart wachsen. R. Sam. Landau, der aber wohl sah, daß es E. nicht so ernst mit der Buße sei, rief ihm die Worte des Propheten zu Ezechiel 16, 17. „DeinHaarwuchs gedeihet, du aber bist bloß und Nackt." Der berühmte Hirsch Woidaslaw hielt einst in Prag einen Vortrag, und begann: Es stehet in der Mischna: Auf drei Dingen ruhet die Welt: Auf Thora , Gottesdienst und mildem Werke. Worauf aber stehet die Prager Judengemeinde? Das Thorastudium ist im Verkommen, die Gotteshäuser stehen leer, die Wohlthätigkeit nimmt in Prag ab. Worauf also um des Herrn Willen stehet die Prager Judengemeinde? Das wurde mir heute. Nacht