Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Zweite Folge - dritter Jahrgang 5628 (1867-1868) (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 222)
- Language
- German
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187 Juden in Mähren von dem Markgrafen JododuS gefangen gehalten. In der inneren Entwickelung der jüdischen Verhältnisse in Oesterreich und den angrenzenden Ländern bildet Meir ben Baruch Halevi aus Fulda,, Rabbiner in Wien (1370), einen entscheidenden Wendepunkt; damals war die Glanzperiode der deutschen Judenheit; die „Weisen von Oesterreich" waren die maßgebende Autorität in der Ordnung des jüdischen Ritus. Damals mag auch in Mähren das Gesetzesstudium zu einiger Bedeutung gelangt sein. Die in Mähren bestehenden Usänzen und synagogalen Riten wurden von den angesehensten Rabbinern dieser Zeit beachtet und als Beispiel angeführt.. Jsserlein ben Petachja (1440) beruft sich aus die in Mähren üblichen Formeln in Scheidebriefen und Israel Bruna (1455) verzeichnet eine in Mähren bestehende. Einrichtung bei Trauungen. Israel Bruna selbst war Rabbiner in Brünn und erhielt Anfragen aus Olmütz und Bndwitz. Doch im Jahre 1454 wurden aus Befehl des Königs Ladislaus die Juden aus Brünn, Olmütz- Znaim und vielleicht auch anderen Orten Mährens vertrieben, und ihre Synagogen und Friedhöfe den Bürgern überlassen. Diese Gewaltmaßregeln gegen die Juden Mährens wag Wohl auch Jsak Zarsati, der in Folge der durch Capistrano hervorgerufenen Judenverfolgungen nach der Türkei auswanderte, zu Ohren gekommen sein, wenn er in seinem Sendschreiben, darin er den glücklichen Zustand der türkischen Jüden schildert, auch sie auffordert dahin zu ziehen- Auch' Jfriwl Bruna scheint damals nach der Vertreibung der Juden